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Gaumengenuss mit Meeresblick
Von Claudia Arthen, 11.09.2004
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Weitere Informationen
Informationen über Westschweden gibt es im Internet sowie im Touristenbüro in Göteborg unter Telefon 00 46 (0) 31-81 83 00, Fax 00 46 (0)31-81 83 01.

Dort ist auch der Reiseführer/das Kochbuch «A Culinary Guide to West Sweden» (deutsche Übersetzung in Arbeit) zum Preis von 30 Euro erhältlich.

Wer mit dem Auto anreist, kann die Fährverbindungen der Reederei Scandlines AG von Rostock oder Kiel aus nutzen.

Internet-Adressen:

» www.visit-sweden.com

» Hotel suchen
Göteborg (fnp) «Das kulinarische Zentrum liegt nicht mehr in Südeuropa, sondern ist in den Norden gewandert.» Diese Behauptung stammt von jemanden, der es wissen muss – vom französischen Kochpapst Paul Bocuse. Der Erfinder des Kochwettbewerbs «Bocuse d’ Or» lobt damit die schwedische gastronomische Revolution: Diese Köche räumen nämlich seit Jahren Preise bei Kochwettkämpfen ab.

Ein Grund mehr, in dem skandinavischen Land Urlaub zu machen und neben ausgiebigen Wanderungen, Angeln, Golfen und Kanutouren auch die exquisite Küche zu genießen. Insbesondere Westschweden hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden kulinarischen Destinationen Nordeuropas gemausert. Hier wirken schwedische und internationale Spitzenköche in mehr als 30 Restaurants, Gasthöfen und Hotels unter dem Motto «Westschwedischer Mehrgenuss» zusammen.

Die Zutaten findet Niclas Krafft, Küchenchef bei «Handelsman Flink», quasi vor der Haustür.

In Ellös auf Flatön in der Provinz Bohuslän, einer kleinen Insel in den westschwedischen Schären, betreibt er mit Frau Maria und Schwiegervater Stefan Hjelmér ein Hotel-Restaurant mit zehn kleinen Zimmern mit fabelhaftem Meeresblick und einer Küche, die den ganzen Reichtum des Meeres auftischt: unterschiedlichste Fischsorten, Garnelen, Hummern und Austern. Einen Besuch wert ist auch der kleine Kaufladen, der die Kunden in die Zeit um 1912 zurückversetzt.

Rund 20 Jahre älter ist Thorskogs Slott. Das Märchenschloss, am Fluss Göta Älv nicht weit von Göteborg entfernt gelegen, ist ein idealer Ort für ein romantisches Wochenende. In den herrschaftlichen Gemächern haben auch schon der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und der ehemalige britische Premierminister John Major übernachtet und so leckere Gerichte wie gegrillten Zander mit gerösteter Rotebeete und Krebs-Aioli verzehrt.

Etwas gediegener, aber nicht weniger romantisch lässt es sich in der Villa Sjötorp im alten Badeort Lyckorna in der Nähe des Städtchens Ljungskile urlauben. Das Gebäude aus der Jahrhundertwende war ursprünglich ein privates Sommerhaus und wurde von der jetzigen Besitzerin Ellika Mogenfelt zu einem Restaurant mit Übernachtungsmöglichkeiten umgebaut. Die gelernte Köchin legt Wert auf frische Zutaten aus der Region, die sie zu spannenden Gerichten verarbeitet: Hähnchen gefüllt mit Fetakäse, serviert mit Pfifferlingsrisotto, Estragonsauce und Bohnensalat sowie Schokoladenparfait mit Blaubeerkonfitüre.

Während die Provinz Bohuslän mit der zerklüfteten Skagerak-Küste und den unzähligen während der Eiszeit entstandenen Schären als der maritimste Landesteil Schwedens gilt, gibt es in Dalsland reichlich Wälder, Seen und Tiere. Kurzum: von ganz Schweden nur das Beste. Das behauptet jedenfalls Carin Falkholt, die mit ihrem Mann Christer auf der Landenge zwischen den Seen Grann und Iväg inmitten der unberührten Natur Dalslands ein Restaurant betreibt.

Vor ihren Gästen schwärmt sie nicht nur von der Schönheit der Landschaft, sie erzählt auch die Geschichte von «Falkholts Gestgifveri», das Ende des 19. Jahrhunderts als Schule gebaut wurde. Im ehemaligen Klassenzimmer werden die Gäste mit Gerichten verwöhnt, die aus Rohwaren aus den Wäldern und Seen Dalslands zubereitet werden.

Für deutsche Gaumen ungewohnt, aber auf jeden Fall eine Kostprobe wert, ist das geräucherte Biberfleisch, das Carin Falkholt mit würzigem Hüttenkäse und Avacadosalat serviert. Nacheinander kommen Hecht in Kräutersoße, Elchsteak und ein Dessert mit Preiselbeeren auf den Tisch. Dazu gibt es erlesene Weine und Wasser aus dem See.

Wer sich nach dem üppigen Mahl nach Bewegung sehnt, wird in Dalsland viele Möglichkeiten finden. An erster Stelle kommt natürlich das Kanupaddeln. Beim lautlosen Dahingleiten in der Natur hat man die größten Chancen, wilde Tiere zu beobachten. Das Herzstück der Provinz ist der rund 120 Kilometer lange und 150 Jahre alte Dalsland-Kanal, der sich vom Vänersee bis an die norwegische Grenze erstreckt.

In seinem Verlauf werden Kanufahrer, Segler und Ausflugsschiffe in zahlreichen historischen Schleusen nach oben oder nach unten befördert. In der Region lässt es sich außerdem wunderbar wandern. Da können Berge mit dem Seil bezwungen werden, oder man kann eine Fahrt mit der Draisine auf einer stillgelegten Bahnstrecke ausprobieren. Dalsland mit dem Fahrrad zu erkunden – das ist auch keine schlechte Idee.

Die Nacht verbringt man am besten dort, wo Elch und Biber sich Gute Nacht sagen: in einem der liebevoll hergerichteten Landhäuser auf dem Gut Stenebynäs direkt am See Iväg, nicht weit entfernt von der Stadt Bengtsfors. Ein Haus für vier Personen kostet 750 Euro, für neun Personen 1350 Euro pro Woche. Spätestens am nächsten Morgen versteht der Gast, warum Gutsbesitzer Staffan Berger, des Stadtlebens überdrüssig, vor zehn Jahren in die Einsamkeit gezogen ist.



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