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Freibäder gehen früher in die Winterpause
07.09.2010
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Enten im FreibadEnten im Freibad
Wiesbaden. Nach dem extrem verregneten und kalten August sind viele Freibäder in Hessen vorzeitig in die Winterpause gegangen. Die Betreiber sind enttäuscht, denn der Sommer hatte so hoffnungsvoll begonnen.

«Nach dem tollen Start hatten wir uns mehr erhofft. Im August sind die Umsätze völlig zusammengebrochen», sagt Michael Syska von der Firma Mattiaqua in WIESBADEN.

«August und September sind die traurigen Monate», sagt er. «Es macht keinen Sinn, wenn Sie bei dem Wetter noch für fünf Schwimmer offen haben», begründet er die vorzeitige Schließung der drei Freibäder Kallebad, Maaraue und Opelbad. Im vergangenen Jahr hatten die Bäder eine Woche länger offen. Dabei kann sich sein Unternehmen trotzdem über mehr Besucher als im Vorjahr freuen: Rund 298 000 Menschen kamen im Sommer 2010 zum Schwimmen, 39 000 mehr als im Vorjahr.

In FRANKFURT sind die Freibäder auch schon geschlossen, zwei bis drei Wochen früher als 2009. Selbst im Brentanobad, dem größten Freibad der Stadt hätten die Leute zuletzt, bei 19 Grad Wassertemperatur, an einer Hand abgezählt werden können, sagt Alex Mischke vom Bäder Betrieb Frankfurt.

Trotzdem sind auch in Frankfurt mehr Besucher gezählt worden: Rund 640.000 Menschen kamen dank des zeitweilig extrem guten Wetters vor allem im Juli in die Frankfurter Freibäder, 40 000 mehr als im Vorjahr. Für Mitschke dennoch kein Grund zur Freude: «2003 konnten wir den Millionsten Besucher feiern, das sind schon ganz andere Zahlen.»

«Ein durchschnittlicher August hätte uns weitergeholfen», sagt Albert Junling von der Gas- und Wasserversorgung (GWV) in FULDA. In diesem Jahr besuchten 146.000 Wasserfreunde das Freibad Rosenau, 142.000 waren es im Vorjahr. Doch gerade im August zeige sich der große Unterschied. 14.000 Besucher waren es in diesem, 55.000 im letzten August. Aufgrund der ungünstigen Wetter-Prognose sei das Bad nun schon Ende August geschlossen worden und nicht erst Mitte September. Zwei Wochen früher oder später seien aber je nach Wetterlage normal.

In GIESSEN seien die Besucherzahlen konstant. «Da sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen», sagt Ina Weller von den Stadtwerken Gießen, auch wenn die Erwartungen nach dem «rekordverdächtigen» Juli noch höher gewesen seien. Das Gießener Freibad hat seit dem ersten September-Wochenende geschlossen. Doch das sei laut Weller in der Regel so, unabhängig vom Wetter.

Von einem «betrüblichen Wert» spricht Ingo Pijanka von den Stadtwerken KASSEL. Die Kasseler Freibäder haben in diesem Jahr 133.000 Besucher angezogen, im Jahr 2009 waren es noch 161.000. In den letzten zehn Jahren seien es immer weniger geworden.

Pijanka sieht darin auch einen Beleg dafür, dass die Bäder nicht mehr so eine große Rolle spielen: «Früher waren Freibäder Pflicht, heute sind die Leute auf Malle, Kreta oder sonst wo». Allerdings seien Kassels Bäder auch nicht gerade attraktiv: «Wir haben kein Bad, das jünger ist als 50 Jahre.» Das soll sich allerdings ändern: Das Auebad soll noch in diesen Monat abgerissen und durch ein modernes Hallen- und Freibad ersetzt werden.

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