Lebensart
Home
Sitemap
Online-Werbung
Hilfe
Feedback
Fragen, Kritik, Verbesserungsvorschläge oder Lob - hier können Sie uns Ihre Meinung mitteilen.

» zum Feedback-Formular
Der Chef des Wetterdienstes freut sich auf den Frühling
Von Sabine Maurer, 07.03.2010
» Zur Listenansicht
Wolfgang KuschWolfgang Kusch
Offenbach. Alle reden vom Wetter - aber kaum jemand so intensiv wie Wolfgang Kusch. Er bekommt sogar Geld dafür, denn der 65-Jährige ist Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach.

Bei der Frage nach der Wettervorhersage für die nächsten Tage muss er beim Interview in seinem großen Büro in Offenbach jedoch passen. «Ich habe heute nicht geguckt und gestern auch nicht», gibt er zu.

Die Wettervorhersage gehört schon lange nicht mehr zu den Aufgaben des studierten Meteorologen. Trotzdem geht es bei Konferenzen, Besprechungen und Reisen im Endeffekt immer ums Wetter.

Kusch vertritt den DWD in mehreren internationalen Gremien und ist daher weltweit unterwegs. Seit 2006 steht er an der Spitze des DWD und ist damit Chef von 2500 Mitarbeitern. Zuvor war er viele Jahre Vizepräsident, mit dem Thema Wetter hat er sich sein ganzes Berufsleben beschäftigt.

In Berlin studierte Kusch Meteorologie an der FU. «Mich hat die Kombination aus Physik, Mathe und der praktischen Anwendung fasziniert», sagt er. Mit dem Diplom in der Tasche ging er 1973 zum DWD nach Offenbach, dort stand zunächst ein zweijähriges Referendariat in vielen Abteilungen und Niederlassungen auf dem Programm.

Damals waren die Wettervorhersagen noch viel unzuverlässiger als heute. Kusch erinnert sich noch gut an den Anruf eines erbosten Mannes in den 70er Jahren beim DWD: «Ihre kleinen Niederschläge von gestern haben mir den Keller voll laufen lassen», beschwerte er sich.

So etwas sollte heute nicht mehr vorkommen. Auch dank der Satelliten sind die Vorhersagen präziser geworden. So zuverlässig, wie in den 70er Jahren das Wetter für zwei Tage vorhergesagt werden konnte, sind nun die Prognosen für vier Tage. Das alles kostet viel Geld und ist sehr aufwendig.

«Unsere neueste Rechenanlage hat 30 Millionen Euro gekostet», sagt Kusch als Beispiel. Der DWD hat 2000 Mess-Stationen in Deutschland, gemessen wird außerdem auf allen Flügen von Lufthansa-Maschinen und auf 800 Schiffen während der Fahrt. Sparen muss der DWD-Chef bei den Personalkosten. In fünf Jahren wird es beim DWD 150 Arbeitsplätze weniger geben als heute.

Dann ist Kusch wahrscheinlich Rentner. Seit fast 40 Jahren lebt er mit seiner Frau in Wehrheim im Taunus, das Ehepaar hat einen erwachsenen Sohn. In seinem Heimatort wird Kusch natürlich häufig nach der Wettervorhersage gefragt und manchmal scherzhaft auch für das Wetter verantwortlich gemacht.

Er selbst hatte an dem langen Winter («Endlich hatten wir so etwas mal wieder») nichts auszusetzen und freut sich auf den Frühling - seine liebste Jahreszeit. «Es ist einfach schön, wenn die Natur wieder erwacht.»


Nutzen Sie Facebook?
Dann empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden:

Anzeige - jetzt schalten
0.344