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Pädagogen diskutieren über Zukunft der Hauptschule
10.03.2010
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Dorothea Henzler (FDP)Dorothea Henzler (FDP)
Wetzlar. Vor mehr als 400 Pädagogen hat die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) für ihr neues Konzept der Mittelstufenschule geworben. «Es ist eine sinnvolle Alternative zur Hauptschule, ohne den Hauptschulabschluss abzuschaffen», sagte sie am Mittwoch während des 7. hessischen Hauptschultages in Wetzlar.

Die Tagungsteilnehmer diskutierten unter dem Motto «Kein Kind verlassen oder zurücklassen» über Bildungschancen für Hauptschüler.

Dietrich Heine von der mitveranstaltenden Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) plädierte dafür, dass Politik, Eltern, Schulen und Wirtschaft an einem Strang ziehen, um mehr Jugendliche zur «Lebens- und Ausbildungsreife» zu führen.

Angesichts der sinkenden Zahl junger Menschen und eines drohenden Facharbeitermangels müsse gemeinsam gehandelt werden.

Im vergangenen Schuljahr hätten 3,9 Prozent der 14- bis 17-Jährigen ohne Abschluss die Schule verlassen, und die Hälfte aller Abgänger gelte als nicht ausbildungsreif, sagte Heine. Die VhU begrüße, dass die Mittelstufenschule Schüler möglichst früh an einen Beruf heranführen soll. Die Unternehmer forderten aber Klarheit über die konkrete Ausgestaltung des Modells.

Die Pläne der Kultusministerin sehen vor, dass Haupt- und Realschulen künftig ihre Bildungsgänge unter dem Dach der Mittelstufenschule zusammenfassen können. Außerdem ist eine enge Zusammenarbeit mit Berufsschulen vorgesehen. Henzler hoffte, dass dieses Konzept zusammen mit allen Beteiligten weiterentwickelt werde. «Schulpolitik kann nur gelingen, wenn sie nicht von oben verordnet wird», sagte sie.

Der Erziehungswissenschaftler Prof. Rainer Winkel (Universität der Künste, Berlin) sagte, in den vergangenen Jahren seien Hauptschüler von der Bildungspolitik «schamlos verraten und verkauft worden».

Eine reine Umbenennung von Schulen löse keine Probleme. «Das Etikett an der Hauswand sagt noch nichts über die Qualität aus». Eine gute Hauptschule sei eine Stadtteilschule, die eng mit Eltern, Verbänden, Kirchen und vor allem Betrieben kooperiere.


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