Odenwaldschulleitung «erschüttert und beschämt»
11.03.2010
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Odenwaldschule
Heppenheim. Die Schulleitung der privaten Odenwaldschule hat sich nach intensiven Gesprächen mit früheren Schülern über sexuellen Missbrauch «erschüttert und beschämt» gezeigt.
«Wir haben die ehemaligen Schüler um Vergebung gebeten», sagte die Direktorin des Internats, Margarita Kaufmann, am Donnerstag vor der Presse im südhessischen Heppenheim. Sichtlich bewegt und den Tränen nahe meinte Kaufmann, «die Odenwaldschule hat große Schuld auf sich geladen».
Nichts könne das Leid ungeschehen machen. Sie berichtet, dass sich bis zum Donnerstag 33 ehemalige Schüler gemeldet und von Missbrauch berichtet hätten.
Eine ehemalige Schülerin habe beispielsweise erzählt, sie sei als Zehnjährige von ihrem Musiklehrer missbraucht worden, der sie zu Zusatzübungen in seine Wohnung bestellt habe. Beschuldigt worden sei auch der ehemalige Schulleiter, in dessen Schlafzimmer Kinder kommen mussten, wenn sie telefonieren wollten.
Die Odenwaldschule hatte die Pressekonferenz einberufen, um über neue Erkenntnisse zu ihren Missbrauchsfällen zu informieren. Das renommierte Internat ging bisher davon aus, dass in den 1970er und 80er Jahren 24 Schüler sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren. Die Fälle sind verjährt.
Die private Einrichtung informierte ehemalige Schüler der betreffenden Zeit und bat sie, sich gegebenenfalls zu melden. 900 Briefe seien dafür verschickt worden.