Zum Lachen in den Keller
20 Jahre junge Schmiere
Von Petra Knobel,
06.02.2010
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«Die Schmiere» in Frankfurt
Frankfurt Zum Lachen geht man in Frankfurt seit 1950 in den Keller denn dort ist das traditionsreiche Kabarett-Theater «Die Schmiere» zu Hause. Das Ensemble feiert am Montag unter dem Motto «20 Jahre junges Schmiere-Team» ein besonderes Jubiläum. «Mein Vater Rudolf Rolfs hatte im Juni 1989 seine letzte Vorstellung, und gut ein halbes Jahr später habe ich mit zwei Kollegen das Theater übernommen», erzählt Effi Rolfs.
Zusammen mit Klaus Tessnow und Matthias Stich trat Rolfs am 8. Februar 1990 in die Fußstapfen ihres Vaters, der vor allem mit Regnauld (Reno) Nonsens fast vierzig Jahre lang für bissig-böse Satiren sorgte.
Mit 16 Jahren stand die Rolfs-Tochter zum ersten Mal auf der Schmiere-Bühne. «Weil jemand aus dem Spätprogramm am Samstagabend ausgestiegen war, ließ mein Vater das zähneknirschend zu», erinnert sie sich. Eigentlich wollte er seine Tochter nicht auf der Bühne sehen.
Doch als er sich wenige Jahre später aus dem Theaterbetrieb zurückzog, stand schnell fest, dass Effi Rolfs seine Nachfolge antreten würde. «Dann ging alles sehr schnell. In den ersten drei Monaten hatten drei Programme Premiere», sagt Rolfs. Die ersten drei Spielzeiten seien ausverkauft gewesen, wenn auch «viele Leute nur sehen wollten, dass die Schmiere ohne den legendären Nonsens und den alten Rolfs nicht funktioniert».
Aus vielen skeptischen Zuschauern seien aber rasch Stammgäste geworden, denen das junge Team bis heute 25 Programme mit Titeln wie «Achtung, Schnecke läuft Amok» oder «In Strapsen auf Montage» präsentierte.
Dabei bestreitet die Schmiere mit ihrer Mischung aus «klassischem Nummernkabarett und satirischem Theater» ihr Alltagsgeschäft gänzlich ohne Subventionen. Nur so sei kreative und inhaltliche Freiheit gewährleistet, meint Effi Rolfs.
Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem Best-of-Programm kündigt Rolfs für den Herbst an, wenn das Theater seinen ganz großen Geburtstag feiert: 60 Jahre Schmiere. Das junge Team hat zu seinem Zwanzigsten derweil die rund 50 Schauspieler, Autoren und Regisseure eingeladen, die bislang mit Rolfs, Tessnow und Stich für satirische Unterhaltung sorgten.