Fahrbericht
Der City-Ka von Ford: Mehr Ambitionen als Emotionen
03.07.2009
Technisch ist er das Schwestermodell des Fiat 500: Ford Ka.
Steckbrief:
Modell: Ford Ka 1.3 TDCi Titanium
Motor: 1,3 Liter Dieselmotor
Drehmoment: 145 Nm bei 1500 U/min
Verbrauch: 4,2 Liter/100 km (Test: 5,8 l)
CO2-Emission: 112 g/km
Fahrleistung: 75 PS, 0-100 km/h in 14,2 Sek, Spitze: 161 km/h
Gewicht: 1054 kg
Karosserie: 3,62 m lang, 1,71 m breit, 1,51 m hoch
Ladevolumen: 224 Liter (max. 854 l)
Preis: 13.150 Euro
Modell-Übersicht:
Hintergrund:
Quelle:
Frankfurt (fnp) Der alte war ein Knutsche-Knubbel zum Liebhaben, der neue ist eher ein nüchterner Knirps mit Vernunftsappell. Abstriche muss man trotzdem machen. Nobody is perfect und von einem gerade mal 3,60 Meter langen Winzling braucht man im Ernst auch keine Perfektion zu erwarten.
Dabei gibt der Ford Ka sich Mühe. Vorne sitzt es sich ordentlich, hinten hält es zumindest ein frischverliebtes Pärchen eine Weile aus. Qualitätsanmutung und Outfit des Innenraums gefallen trotz des Einsatzes von reichlich Hartplastik und in der Titanium-Ausstattung gehören Klimaanlage, Bordcomputer sowie die elektrische Bedienung von Spiegelverstellung und Fensterhebern schon zur Serie.
Mickrig blieb dagegen der Kofferraum, aber für den alltäglichen Einkauf dürften 224 Liter Volumen wohl genügen. Schade nur, dass eine hohe Ladekante den Rücken plagt und bei umgelegter Rückbank zwar 854 Liter in die Hütte gehen, sich dem Karton aber auch eine störende Stufe in den Weg stellt.
Nicht ganz zum Charakter eines Stadtautos passt zudem, dass Ford keinen Platz für Ablagen gefunden hat. Und die stilistische Verweigerung von jeglicher Übersicht nach schräg hinten macht das Einparken in enge Lücken zum Designer verfluchenden Glücksspiel. Dabei gehört der Ka doch vornehmlich in die City.
Gegen ausgedehnte Landstraßenritte sprechen schon mal die Sitze, die ungefähr so viel Seitenhalt bieten wie ein Kutschbock von anno dazumal. Was umso bedauerlicher ist, als der Fronttriebler putzmunter und zielgenau um die Ecken wieseln kann – auch ohne aufpreispflichtiges ESP (360 Euro).
Dazu trägt allerdings eine straffe Federung ihren Teil bei, die Sensibelchen vielleicht ungehörig hart erscheinen mag. Eher rau denn herzlich werkelt auch der Diesel vor sich hin. Er tut dies durchaus lebhaft, doch sein Zündgenagel bleibt stets vernehmlich und als Sparwunder erweist er sich auch nicht gerade. Doch für einen Stadtfloh empfiehlt sich womöglich sowieso der 69 PS starke und 2000 Euro billigere Benziner.
Fazit: Ja zum Ka – für einen Knirps macht er seine Sache recht gut. Romantiker aber müssen halt zum Fiat 500, dem technischen Brüderchen aus Italien, greifen.
mahu