Der «Baby-Rolls»
von Thomas Geiger, 05.03.2009
Der kleine Bruder des Phantom feiert in Genf Weltpremiere, zunächst allerdings noch als seriennahe Studie 200EX.
Modell-Übersicht:
Weitere Artikel:
Quelle:
Goodwood (fnp) Die Immobilen wertlos, das Depot ein Desaster und der Jahresbonus ist auch hin – Superreiche leben wirklich in schwierigen Zeiten. Gut, dass sie wenigstens beim Auto jetzt ein bisschen sparen können, ohne auf den gewohnten Luxus verzichten zu müssen.
Denn als hätte Rolls Royce die weltweite Wirtschaftskrise kommen sehen, bringen die Briten mit dem bayrischen Pass nun ihr neues Einstiegsmodell in Fahrt. Noch dauert es zwar ein knappes Jahr bis zur Markteinführung, und einen endgültigen Namen hat der Luxusliner für den knauserigen Krösus auch noch nicht.
Doch zumindest zeigt die BMW-Tochter aus dem englischen Goodwood nächste Woche auf dem Genfer Salon eine seriennahe Studie, die ganz in der Philosophie des Hauses das Typenkürzel 200EX für «Experimental Car» trägt.
Wie sein großer Bruder Phantom basiert auch der oft als «Baby-Rolls» bezeichnete Luxusliner auf der größten BMW-Plattform, die allerdings deutlich modifiziert wurde. So haben die Bayern nicht nur eine völlig neue Karosserie mit hohem Bug, einem überraschend rundlichen Rolls-Royce-Gesicht, bösen Schlitzaugen mit grellen LED-Scheinwerfern und natürlich mit den gegenläufig angeschlagenen Hecktüren entworfen, sondern auch Radstand und Länge noch einmal gestreckt.
So kommt das auf gewaltige 20-Zöller gestellte Dickschiff auf einen Achsabstand von 3,30 Metern und eine imposante Länge von 5,40 Metern, die selbst die Langversion des Siebeners deutlich überragen – soviel also zum Thema «Baby-Rolls». Aber immerhin: Neben dem 5,83 Meter langen Phantom wirkt der kleine Rolls wie ein Mini neben einem Fünfer. Adel verpflichtet: Deshalb wird auch in Zeiten der Krise nicht am Luxus gespart.
Dafür steht unter der polierten Motorhaube vor allem der neue Zwölfzylinder, den man im Herbst schon im Siebener findet und den man wohl auf knapp 500 PS taxieren kann. Und dafür stehen im Innenraum die hellen Leder, die feinen Hölzer, die dicken Polster und die weichen Teppiche ebenso wie die komplett neue Inneneinrichtung. Auch hier stammt die Technik weitgehend vom Siebener.
Preise für den Luxusliner gibt es freilich noch nicht. Denn erstens spricht man in diesen Kreisen ohnehin nur ungern über Geld, und zweitens ist es bis zur Markteinführung noch mindestens neun Monate hin. Allerdings: Wenn der lange Siebener schon mit acht Zylindern 94.000 Euro kostet und die Preisliste des Phantom bei 390.000 Euro beginnt, dann wird der kleine Rolls wohl bei etwa 200.000 Euro starten. So ein bisschen erholen müssten sich Aktienkurse und Immobilenwerte also trotzdem.