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Städel-Professor Mark Leckey gewinnt Turner-Preis für Moderne Kunst
02.12.2008
Mark Leckey
London Der britische Video-Künstler Mark Leckey ist Gewinner des Turner-Preises 2008. Der 44-Jährige, der seit 2005 Professor der Frankfurter Städelschule ist, bekommt die mit 25.000 Pfund (knapp 30.000 Euro) dotierte Auszeichnung für Moderne Kunst für zwei Einzelausstellungen in Köln und Dijon, in denen er Film, Comicfiguren und Skulpturen miteinander verbindet.

«Es ist großartig, etwas zu erschaffen, das eine Wirkung auf die britische Kultur hat», sagte Leckey am Montagabend bei der Preisverleihung in der Tate Britain in London. Die Jury würdigte die intelligente, dynamische und verlockende Natur von Leckeys Arbeit.

Nominiert war Leckey, der 2007 in Köln den Central Kunstpreis zur Förderung vielversprechender Nachwuchskünstler gewann, für die Ausstellungen «Resident» im Kölnischen Kunstverein und die Schau «Industrial Light & Magic» im französischen Dijon.

Seine Ausstellungen verknüpfen Fenseh-Sequenzen, Video-Installationen, Töne und Skulpturen, bei denen auch Cartoonfiguren wie «Felix the Cat» oder «Homer Simpson» eine Rolle spielen. Neben Leckey waren noch drei Künstlerinnen für den Turner-Preis nominiert, die jeweils 5000 Pfund erhalten.

Verschiedene Kunstexperten hatten die Qualität der Arbeiten der diesjährigen Turner-Preis-Kandidaten beanstandet. Im Vergleich zu früheren Jahren sorgten die Werke zudem kaum für Debatten. Am Rande der Preisverleihung kritisierte Leckey diese Haltung.

Die Presse erwarte immer nur Spektakel wie bei Künstlern wie Damien Hirst oder Tracey Emin. «So ist die Kunstwelt aber nicht, wie ich sie kenne. Ich komme von woanders, das ist eine ganz andere Welt», sagte Leckey. Er nehme die Kritiker sowieso nicht ernst, weil sie nur Kunst für Normalverbraucher mögen würden.

Der Turner-Preis ist nach dem britischen Landschaftsmaler William Turner (1775-1851) benannt und wird seit 1984 jährlich an einen in Großbritannien lebenden Künstler im Alter unter 50 Jahren verliehen.

2007 ging er an Mark Wallinger für eine Installation, die Protest gegen den Irak-Krieg ausdrückte. Der Turner-Preis steht aber oftmals auch für Kontroversen. So sorgte einst Kunst-Star Hirst mit einer zersägten Kuh für Aufsehen.


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