Favre begrüßt Pantelics Friedensangebot
01.12.2008
Berlin. Der kühlen Zurückweisung folgte die Annäherung: Nachdem Trainer Lucien Favre von Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin das Friedensangebot seines aufsässigen Stürmers und Matchwinners Marko Pantelic im Anschluss an das 2:1 (1:1) gegen den 1. FC Köln am Freitag zunächst noch ignoriert hatte, zeigte sich der Schweizer Coach mit mehr Abstand doch noch versöhnlich.
«Es ist gut, was er sagt. Mich interessiert nur, was auf dem Platz passiert. Er hat zuletzt gut trainiert und sein Super-Tor ist der Lohn dafür», sagte Favre der «Bild am Sonntag». Direkt nach dem Spiel war der Coach mit keinem Wort auf Pantelic eingegangen und hatte das Friedensangebot des Serben, der in der 86. Minute das Siegtor geköpft hatte, nicht kommentiert. «Ich freue mich für Hertha, für die Mannschaft. Wir haben diesen Sieg zusammen erreicht», sagte der Schweizer.
Pantelic, der bis weit in die zweite Halbzeit wieder auf der Bank schmoren musste, hatte Hertha nach Spielschluss ein Friedensangebot unterbreitet: «Ich habe sicher Fehler gemacht. Doch ich reiche dem Club die Hand. Vielleicht können wir alles vergessen und gemeinsam nach vorne schauen», sagte der 30-Jährige.
In der vergangenen Woche hatte der Berater von Pantelic Trainer Favre noch Mobbing-Vorwürfe gemacht. Nun aber scheint Pantelic auch bereit zu sein, bei den Verhandlungen um einen neuen Vertrag trotz verlockender Angebote anderer Clubs auf Geld zu verzichten. «Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden. Aber klar ist: Wenn Dir jemand einen Citroen anbietet und ein anderer einen Mercedes, willst Du den Mercedes. Vielleicht treffe ich mich mit Hertha ja bei einem Audi. Wenn man zehn Prozent auseinanderliegt, kann ich verzichten», sagte Pantelic.
Manager Dieter Hoeneß zeigte etwas Verständnis für den Sorgenstürmer: «Marko hat auf die Sachen unter der Woche richtig reagiert, aber der Trainer auch. Sie haben die Randerscheinungen ignoriert und sich professionell verhalten.» Gespräche über einen neuen Vertrag seien zurzeit schwierig. Dennoch soll die Frage bis zur Winterpause, spätestens aber bis zu Beginn der Rückrunde geklärt sein.
Nach dem fünften Heimsieg in Folge hat sich die «Alte Dame» endgültig in der Spitzengruppe festgesetzt. Vom Erreichen der Königsklasse wollte jedoch niemand sprechen. «Die Champions League bleibt für uns ein Tabu», sagte Kapitän Arne Friedrich. Hoeneß ergänzte: «Wir wissen, dass wir einige Siege knapp, aber verdient errungen haben. Es gibt keinen Grund abzuheben.» Am Mittwoch steht bereits die nächste Bewährungsprobe im Uefa-Cup gegen Galatasaray Istanbul vor über 60 000 Zuschauern im Olympiastadion bevor.
Kölns Trainer Christoph Daum blieb nach seinem 400. Spiel als Bundesliga-Coach nur der Glückwunsch an die Berliner: «Wir waren in einigen Situationen nicht energisch genug», sagte der 55-Jährige. Vor allem beim 0:1 (24.) durch Gojko Kacar wirkte seine Abwehr überfordert. Kapitän Milivoje Novakovic konnte mit seinem neunten Saisontor kurz vor der Pause nur den zwischenzeitlichen Ausgleich herstellen.
sid