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«Slowhand» Clapton beamte Fans zum Tourabschluss in andere Welt
Von Max Blosche, 20.08.2008
Eric ClaptonEric Clapton
Wiesbaden (dpa) ­ Wenige Worte, dafür umso mehr Musik auf allerhöchstem Niveau bot Blues- und Rocklegende Eric Clapton seinen Fans beim Abschlusskonzert seiner Deutschlandtour am Dienstagabend in Wiesbaden.

Rund 15.000 Anhänger verfolgten auf dem so gut wie ausverkauften Kurhausvorplatz «Bowling Green» gebannt die virtuosen Künste des 63-jährigen und seiner musikalischen Begleiter.

Der Brite, der vor 45 Jahren seine Karriere startete, verwöhnte das Publikum zwei Stunden lang mit bluesiger Grundstimmung und jeder Menge Hits.

Das Konzert, zu dessen Beginn sich die bedrohlichen Wolken am Abendhimmel verzogen hatten, geriet zu einem abwechslungsreichen Spaziergang durch die Pop-Geschichte, die Clapton zu beachtlichen Teilen mitgeschrieben hat.

Er spielte die Hits seiner eigenen Bands von «The Cream» über «Blind Faith» und die ««Plastic Ono Band» bis zu «Derek and the Dominos», Titel seiner in den 70ern begonnenen Solo- Karriere und Cover-Versionen wie etwa den Jimi-Hendrix-Song «Little Wing».

«Slowhand», wie ihn seine Verehrer nennen, absolvierte sein Programm optisch und musikalisch lässig. In T-Shirt und Jeans kam er auf die Bühne und spielte seine Gitarre wie beiläufig. Über Großbildleinwände konnten die Fans seine Fingerfertigkeit bewundern.

Viele ließen sich aber lieber mit geschlossenen Augen von der Musik davon tragen. «Der beamt dich in eine andere Welt, unglaublich», wiederholte eine Konzertbesucherin mehrmals im Verlauf des Abends.

Zwar wurde jeder Song und manche Solopassage kräftig bejubelt, typische Konzertstimmung kam auf dem dicht besetzten Platz trotzdem nicht auf. Das lag sicher zum einen an den sehr dicht angeordneten Stuhlreihen, die kaum Bewegung zuließen, zum anderen aber auch an der mehr auf Zuhören und stilles Genießen angelegten Musik. Psychedelische Lichteffekte verstärkten die andächtig intensive Atmosphäre.

Clapton ist übrigens keiner der großen Meister, die nichts neben sich dulden. Immer wieder gab er den Mitgliedern seiner brillanten Band Gelegenheit, ihr Können zu beweisen. Meisterleistungen vollbrachten nicht nur die Musiker, sondern auch die Techniker.

Sie sorgten für einen kristallklaren Sound bis in die letzte Reihe, was bei Konzerten dieser Größenordnung keineswegs selbstverständlich ist. Mit einer einzigen Zugabe («Crossroads») und mehreren Verbeugungen verabschiedete sich ein introvertiert wirkender Clapton von Wiesbaden.

Weitere Informationen im Internet:

» www.ericclapton.com

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