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Drillingstreffen im Hessenpark
«Wie soll ich das nur schaffen?»
Von Sabine Maurer, 17.08.2008
Drillingstreffen 2008 im Hessenpark mit Ministerpräsident Roland KochDrillingstreffen 2008 im Hessenpark mit Ministerpräsident Roland Koch
Neu-Anspach (dpa) Heile Welt im Neu-Anspacher Hessenpark: Süß anzusehende Kleinkinder spielen mit Plüschtieren auf weichen Matten, Erwachsene lassen sich Kaffee und Kuchen schmecken, Mädchen laufen mit knallrot geschminkten Gesichtern über den Hof, nebenan guckt ein Esel über den Zaun.

Mittendrin in dem Tohuwabohu am Samstagnachmittag: Roland Koch (CDU) - ganz leger in Jeans - und seine Frau Anke. Der Ministerpräsident lädt alle Jahre wieder zum Drillingstreffen in den Hessenpark ein. Dort sollen sich Eltern und Kinder einen schönen Tag machen, es gibt allerlei zu spielen und zu essen.

«Bis jetzt kenne ich noch keine Drillingseltern, ich bin sehr gespannt», erzählt Melanie Grimmer aus Oberursel, die mit ihrem Mann Norbert und ihren 14 Monate alten Kindern Ben, Sarah und Tom das erste Mal bei dem Treffen dabei ist.

Die drei blonden Kinder sitzen in einem ganz speziellen Kinderwagen: Die Sitze sind hintereinander angebracht. «So etwas gibt es in Amerika, wir haben ihn bei Ebay ersteigert», erzählt der Vater.

Als er und seine Frau erfahren haben, dass sie Drillinge bekommen, war es für sie zunächst ein Schock. «Ich dachte, wie soll ich das nur schaffen», erzählt Melanie Grimmer.

Dank der Unterstützung von Mutter, Schwiegermutter und Freundin klappe aber alles gut. Und mittlerweile bräuchten die Drillinge im Monat auch nicht mehr wie anfangs 500 Windeln im Monat, sondern «nur» noch 300.

Die Drillinge von Elvira Ramadani sind aus dem Windelalter raus. Regina, Renata und Rebecca heißen die drei Mädchen, sie sind vier Jahre alt. Mit ihren langen braunen Haaren, den blauen Jeans, pinkfarbenen Shirts und farblich genau passenden Handtäschchen sehen sie sich - zumindest von weitem - zum Verwechseln ähnlich. Sie haben noch drei ältere Geschwister.

«Als mir der Arzt auf dem Ultraschall die Drillinge gezeigt hat, dachte ich, das Gerät wäre kaputt», erinnert sich Elvira Ramadani, die mit ihrer Familie im nordhessischen Diemelstadt lebt und zurzeit große Sorgen hat.

Die achtköpfige, aus dem Kosovo stammende Familie soll im Dezember abgeschoben werden, ihre Hoffnung heißt nun Roland Koch. Sofort nachdem der Ministerpräsident im Hessenpark eingetroffen ist, wird er über die Situation der Familie informiert. Der CDU-Mann verspricht, sich zu kümmern und wünscht «trotz allem einen guten Tag».

Seit 2000 hat er die Ehrenpatenschaft für Drillinge und Vierlinge, die in Hessen leben, übernommen. Die Familien erhalten monatlich bis zu 155 Euro Unterstützung, die Patenschaft endet bei der Einschulung.


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