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In Utah am berühmtesten Felsbogen der Welt
Von Lothar Steimle, 17.06.2002
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Weitere Informationen
    Informationen:
  • Utah Travel Council, Capitol Hill, Salt Lake City, UT 84114 Tel. 1-800-200 11 60, Internet: » www.utah.com
  • Moab Info-Center, 3031 South Highway # 191, Moab, UT 84532, Tel. 1-800-840 89 78 Internet: » www.moab-utah.com; » www.moab.net
  • Anreise: Großflughäfen in Salt Lake City, Las Vegas, ab dort jeweils ca. ein Tag im Mietwagen (Interstate 70 bis Ausfahrt 212 Cisco, dann Highway 128 entlang Colorado River).
  • Busverbindung (1x tägl. von Airport Salt Lake City nach Moab (Bighorn Express).
  • Unterkunft: alle Kategorien in Moab (Vorausbuchung im Sommer und an langen Wochenenden mit Feiertagen ratsam, außerdem: Bluff, Blanding und Monticello an Highway 191. Infos zu Camping über Nationalparkservice. Alle Parks ganzjährig offen. Günstig:: Frühjahr und Herbst.



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Cisco (Utah) (fnp) Wenn man von Osten auf dem „7er“ nach Utah kommt, aus den Rockies, dann ist Cisco gleich die erste Ausfahrt. Kein Mensch auf der Straße, nur Sand und Staub und ein aufgescheuchter Hund. Die Häuser sind so zerfleddert wie die Autowracks in ihren Vorgärten. Nur die Bahnlinie, einst wohl Grund für Ciscos Blüte, scheint in Schuss.

Gut sechs Stunden mag ein Zug nach Salt Lake City brauchen; den Bahnhof freilich hat der Wüstenwind verweht. USA, der Westen...

Nur wer dem Colorado River folgen will, hat Grund, in Cisco abzufahren. Hier knickt der Fluss nach Süden weg vom Interstate, schlängelt sich durch die Wüste, um dann die Berge anzuschneiden.

Noch ist viel Platz in dieser ersten Schlucht, der auch das Sträßchen folgen wird - Platz für Picknick am Ufer, saftig grüne Pferdekoppeln. Von nun an wird der Fluss die Schlucht kaum mehr verlassen, wird sich winden und dabei immer tiefer in den kilometerdicken Sandstein des Colorado-Plateaus eindringen, um dann irgendwann „unten“ in Arizona die Sohle des Grand Canyon zu bilden.

Canyonlands heißt dieses Kunstwerk der Naturgewalten hier im Südosten des Mormonen-Staats, wo sich Dutzende von Nationalparks und Schutzgebieten aller Art aneinander reihen. Rund ums Jahr spüren Hunderttausende hier dem Kino-Traum vom Wilden Westen nach.

Auf „Utah Highway 128“ verirrt sich selten eine Harley. Dabei wird man den legendären Fluss weiter südlich in den großen Parks kaum mehr zu Gesicht bekommen: 600 m Tiefe misst die Schlucht im Canyonlands-Nationalpark, zwei km gar sind es im Grand Canyon. Hier am Sträßchen macht der Colorado seinem Namen Ehre: die Fluten türkis, gelbes Laub und knallig roter Sandstein, dazu tiefblau im Dunst der Ferne die schneebedeckten La Sal Mountains.

Auf stolze 4175 Meter bringt es dort Mount Peale als Utahs zweithöchste Erhebung. Pulverschnee – kaum zu glauben hier im Indianerland!

Eher schon, dass sich Moab in den letzten Jahren zu einem Mekka der Mountainbiker gemausert hat. Das 5000-Einwohner-Städtchen liegt eng zwischen den beiden großen Nationalparks Arches und Canyonlands. Aus über 1200 Zimmern kann man wählen, wenn der Ort nicht gerade im Sommer oder zu Thanksgiving ausgebucht ist: Rucksack-Hostel, Camping und Besseres mit Pool, dazu vielleicht ein Miet-Geländewagen, eine Zelterlaubnis fürs Hinterland oder eine Rafting-Tour auf dem Colorado: In Moab kriegt man alles! Das Biker-Mekka heißt Slickrock Bike Trail, geht 16 km über Stock und Stein und ist ein Muss für jeden „Bergradfahrer“.

Doch auch, wer zum ersten Mal die Runde durch den Westen macht, mit einem Auto und drei Wochen Zeit im Rücken, wird auf seine Kosten kommen. In Utahs Canyonlands muss man keine Expeditionen ausrüsten, um Schluchten und Berge, Felsnadeln und Zinnen, Steinbogen und -fenster zu erleben. Man kann hier mal einfach für ein Foto halten oder eine kleine Wanderung machen – oder eben doch mit Sack und Pack ins Hinterland verschwinden.

Wer auch würde Arches Nationalpark besuchen, ohne einmal unter dem berühmtesten Steinbogen der Welt gestanden zu haben? Anderthalb Meilen bergauf, über Felsgestein, das so griffig ist wie der Rücken eines Pottwals, um oben dann am Rand eines natürlichen Amphitheaters zu stehen: Geradeaus der großartige Bogen, frei stehend, nichts, das ihn stützen oder die Blicke von ihm wegziehen würde; im Hintergrund verschneite Berge. Delicate Arch ist gleichmäßig geformt, vielleicht ein bisschen kopflastig und auf der rechten Flanke bedenklich dünn. Ob er im nächsten Jahr noch steht?

Er wird es wohl, so wie die 950 anderen natürlichen Bögen, Fenster und Portale allein im Arches-Nationalpark. Drei Fuß Durchmesser muss eine Aushöhlung haben, um offiziell als „arch“ zu gelten. Doch auf Kleinkram achtet niemand: Landscape Arch, ein dünnes Felsbändchen, bringt es auf stattliche 92 Meter Spannweite, und im North Window im „Garten Eden“ hätte locker ein kleines Hochhaus Platz. Wasser, sagen die Geologen, mache die Kalkverbindungen im Sandstein weich, weniger dichte Gesteinslagen brächen dadurch auf oder würden vom Frost weggesprengt – bis schließlich nach Jahrtausenden der blaue Himmel durch den Felsen scheint.

Trotzdem bleiben Fragen: Warum gerade hier, so konzentriert und so verrückt, als hätte die Natur was ausprobiert und dann verworfen? Oder kann jemand erklären, warum Balanced Rock, ein viele tausend Tonnen schwerer Brocken, wie draufgeklebt auf einer 30 Meter hohen Säule ruht? Sein „kleiner Bruder“ nebenan brach 1975 zusammen – eine der wenigen Veränderungen seit Menschengedenken. Nichts geht wirklich schnell in Utah.


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