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Frankfurt soll bundesweit «Modellstadt» für Radfahrer werden
Von Thomas Maier, 05.11.2007
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Radfahrer in FrankfurtRadfahrer in Frankfurt
Frankfurt (dpa) Frankfurt soll nach dem Willen seines Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski bundesweit zu einer «Modellstadt» für den Radverkehr werden. «Bis Ende 2011 wollen wir, dass 15 Prozent aller in der Stadt zurückgelegten Wege mit dem Rad zurückgelegt werden», sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag.

Bei einem Anteil von derzeit knapp neun Prozent sei dieses Ziel «sehr ehrgeizig». In den vergangenen drei Jahren sei es jedoch bereits gelungen, den Rad-Anteil fast zu verdoppeln. Insgesamt strebe er täglich 300.000 Fahrten mit dem Fahrrad an. In Frankfurt kommt an diesem Wochenende der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zu seiner Bundeshauptversammlung zusammen.

Anders als noch vor zehn Jahren sei Frankfurt «fahrradfreundlich» geworden. «Wir haben keine ideologischen Debatten innerhalb der Parteien mehr», sagte Sikorski, der seit eineinhalb Jahren im Amt ist. Er räumte ein, dass es in der Stadt einen großen Nachholbedarf gebe, da Frankfurt jahrzehntelang praktisch allein dem Autoverkehr Vorrang gegeben habe.

«Wir sind etwas spät dran.» Der Dezernent hat inzwischen in Frankfurt die Einbahnstraßen komplett für Radfahrer in Gegenrichtung geöffnet - das Projekt sollte nach seinen Worten ursprünglich erst 2010 beendet sein.

Die in Frankfurt beschilderten Radrouten will Sikorski bis 2011 auf 270 Kilometer ausbauen - derzeit sind es 153 Kilometer. Insgesamt habe er für den Radverkehr ein jährliches Budget von etwa zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Das Fahrrad sei in einer Großstadt wie Frankfurt auch das «modernste Verkehrsmittel», weil es schneller sei.

Bei 40 Prozent des innerstädtischen Verkehrs gehe es um Autofahrten unter fünf Kilometern. «Es muss deutlich werden: Ich habe keine Zeit mehr, ich nehme das Rad», sagte Sikorski angesichts des Parkplatzmangels und möglicher Staus.

Radwege oder Radstreifen auf den Straßen reichen nach Ansicht des Verkehrsdezernenten jedoch nicht aus. Wichtig sei in einer von Hektik geprägten Pendlerstadt wie Frankfurt ein Mentalitätswandel, die «Lust aufs Radfahren» mache. «Eine Entschleunigung ist da auch angesagt», sagte Sikorski. Frankfurt wird seit vergangenem Jahr von einer Koalition aus CDU und Grünen regiert.

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