Der Tramontana macht die Hitze auf Menorca erträglich
17.07.2001
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- Die kurzen Wanderungen eignen sich auch für Einsteiger. Trittsicherheit und Ausdauer sind nötig für zwei- bis vierstündige Wanderungen. Anreise: Direktflüge von April bis Oktober mit Condor, Hapag Lloyd und LTU. Mit dem Auto bis Barcelona und weiter mit der Fähre bis Mah´on.
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Mah´on. (fnp) "No hay un camino" (es gibt keinen Pfad), sagt der Bauer mit dem wettergegerbten Gesicht unter seinem Strohhut und deutet auf die Straße. Schade. Enttäuscht marschieren wir in der prallen Sonne auf dem Asphalt bergauf. Der Monte Toro, der höchste Berg der Balearen-Insel Menorcas, überragt mit stolzen 357 Metern die Landschaft. Hohe Trockenmauern begrenzen die Straße. Hin und wieder gibt eine Barrera, das typische Gattertor aus gespaltenem Olivenholz, Einblick in die vertrockneten Felder. Der Tramontana, ein starker Nordwind, macht die Sommerhitze erträglich. In einer guten Stunde haben wir den Gipfel erreicht.
Reges touristisches Treiben herrscht vor der Wallfahrtskirche im Klosterhof. Ein Souvenir-Shop bietet den üblichen Krimskram an. Unter der Terrasse des kleinen Restaurants liegen der zerklüftete Norden der Insel und die Bucht von Fornells. Im Kloster Virgen de el Toro von 1290 leben heute nur noch vier Nonnen. "El Toro und das Kloster sind das Zentrum und das Herz der Insel", sagt Margarete, die 76 Jahre alte menorquinische Nonne. Wenn der Strand mal nicht lockt, ist der Monte Toro ein beliebtes Ausflugsziel.
Auf der Suche nach versteckten Schönheiten fahren wir am zweiten Tag mit dem Auto nach Es Migjorn Gran im Süden der Insel. Es geht zur angenehm kühlen Höhle "Cova des Coloms (Taubenhöhle)" - eine große Kathedrale aus Felsen.
Der Weg bergab ist felsig. Büsche bieten Schatten. Meeresrauschen kündigt das Ziel der Wanderung an. Ein alter Ziehbrunnen liegt noch am Weg, und dann ist der Strand von Binigaus erreicht. Die nächste Wanderung führt nach Cala Caldana. Im Schatten von duftenden Pinien führt ein breiter Weg oberhalb der Felsenklippen in Richtung Westen. Mittagspause: Ein kleines Restaurant mit typisch spanischer Küche bietet fangfrische Fische mit patatas (geröstete Kartoffeln) und Salat. Am Ende der Bucht wartet noch ein kleiner Anstieg auf uns. Die Klippen sind steil, Schwindelfreiheit ist von Nutzen. In der kleinen ruhigen Nebenbucht Cala Macarelleta mit türkisfarbenem Wasser genießen wir den Nachmittag. Far de Favàritx heißt das nächste Ziel. Hier ist der Sand schwarz. Niedriges grünes Gestrüpp versucht, etwas Farbe in die Monotonie zu bringen. Der unvermeidliche Nordwind fegt über die flache Landzunge. Hoch ragt der schwarz-weiße Leuchtturm auf. Auf der Rückfahrt parken wir in Es Grau, einem kleinen Freizeitfischerdorf und wandern eine Stunde zum Naturschutzgebiet S'Albufera, dem größten Süßwassergebiet der Insel. Der See ist Durchgangsstation für Zugvögel.
Ein Ausflug am nächsten Tag in die Vorgeschichte zur Torralba d'en Salort, an der Hauptstraße bei Alaior, macht uns neugierig. Eine Taula, ein riesiger, tonnenschwerer Steinquader, ist mit einer großen Steinplatte waagerecht ähnlich einer Tischplatte abgedeckt. Sie diente wahrscheinlich als Opfertisch, denn in ihrer Nähe wurden Tierknochen und Feuerstellen gefunden. Noch heute geben die megalithischen Bauwerke und Kultstätten Rätsel auf.