Grün-gelb-roter Störenfried begeistert das Publikum
RMN-Kritik zu Meister Eder und sein Pumuckl
Von Achim Weiß
Man muss sich schon ein paar Minuten daran gewöhnen, dass Meister Eder im Tap-Theater hessisch babbelt («Ei, wie sieht’s dann hier aus!»), aber wenn das Original ein waschechter Bayer ist, warum dann nicht auch mal Dieter Rummel als eigenständiges Darmstädter Gegenstück?! Rummel hat das Stück, das bereits vor einigen Jahren erfolgreich im Tap auf dem Spielplan stand, auch wieder selbst inszeniert.
Der Kobold Pumuckl ist natürlich eine bei Kindern äußerst beliebte Figur, nicht nur, weil er wie die meisten im Publikum weder gerne arbeitet noch aufräumt. Pumuckl will vor allem seinen Spaß haben, auch wenn er damit manchmal andere nervt. Stephanie Meisenzahl spielt den grün-gelb-roten Störenfried mit reichlich weiblicher Power (Kinder, die sich so verhalten, würden allerdings im Nu mit Ritalin vollgestopft werden...) und viel Gespür für Wort- und Situationswitz. Sie sorgt dafür, dass das überwiegend sehr junge Publikum von ihrem ersten Auftritt an voll auf ihrer Seite steht und herzhaft lachend ihren Schabernack verfolgt. Ein running gag der Aufführung ist, dass der Pumuckl dem Schreinermeister alles, was ihm gerade in den Kram passt, mit ernster Miene als «Koboldgesetz» verkauft.
Wie so oft im Kindertheater ergeben sich einige der komischsten Situationen dann, wenn die Erwachsenen so gar nicht kapieren, was um sie herum vor sich geht. Am Anfang ist es Meister Eder, der völlig verwirrt ist, weil in seiner Werkstatt merkwürdige Dinge passieren (dabei verblüffen ein paar nette Effekte sogar die erwachsenen Zuschauer), später ist es ein Nervenarzt (Patrick Koch), der das Phänomen «Kobold» vergeblich rational zu erklären versucht, dann aber selbst Opfer der Späße des Pumuckls wird.
Das Stück wird im Tap, auch von der Länge her, kindgerecht serviert, ohne sich allzu sehr dem jungen Publikum anzubiedern. Das kommt bei den Kindern ganz offensichtlich gut an, was an den freudestrahlenden Mienen am Ende der Aufführung zu sehen ist. Mein Sohn (7) war jedenfalls restlos begeistert. Kritikpunkte? «Keine». Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.