Gastronomie
Home
Sitemap
Online-Werbung
Hilfe
Feedback
Fragen, Kritik, Verbesserungsvorschläge oder Lob - hier können Sie uns Ihre Meinung mitteilen.

» zum Feedback-Formular
Die europäische Küche wird bunter
Japanischer Sake auf dem Vormarsch
Von Petra Knobel, 05.08.2007
» Zur Listenansicht
Sake ist auf dem Vormarsch - Archivbild aus BerlinSake ist auf dem Vormarsch - Archivbild aus Berlin
Frankfurt (dpa) Asiatisch-freundlich geht es zu im Frankfurter Restaurant Micro, in dem eine Verkostung der ganz besonderen Art auf die Gäste wartet.

In kleine Gläschen lassen sich die Anwesenden von vier extra aus Japan angereisten Sake-Brauern unterschiedliche Reisweine einschenken und versuchen, hinter das Geheimnis des «Göttertrunks» zu kommen, der langsam aber sicher auch in Deutschland immer mehr Liebhaber findet.

Das traditionelle Volksgetränk der Japaner ist von den Getränkekarten vieler Spitzenrestaurants nicht mehr wegzudenken, und auch der Sternekoch des Micro, Mario Lohninger, freut sich über die wachsende Beliebtheit des Getränks: «Die europäische und deutsche Küche kann sehr gut mit Sake funktionieren. Der Reiswein ist unglaublich vielseitig, es gibt über 10 000 verschiedene Sorten.»

Wer bei dem Wörtchen «Reiswein» jedoch an unseren Wein denkt, wird schon während des ersten Schlückchens eines Besseren belehrt. «Sake wird gebraut wie Bier und getrunken wie Wein», erklärt Weinberaterin Yoshiko Ueno-Müller.

Die seit 15 Jahren in Deutschland lebende Japanerin hat es sich mit ihrer Firma zur Aufgabe gemacht, ein breites deutsches Publikum mit der Genuss- und Esskultur ihrer Heimat vertraut zu machen. Und ein wenig ungewöhnlich ist das Sake- Geschmackserlebnis durchaus. Die Geschmacksvielfalt scheint endlos.

Mancher Sake schmeckt süßlich-schwer oder duftig-leicht, andere Weine erinnern in ihrer Weichheit an Sherry, wieder andere kommen dem deutschen Weißwein sehr nahe. Doch immer bleibt ein Hauch von Exotik erhalten, an den sich die deutschen Geschmacksnerven erst gewöhnen müssen.

So sieht man die Gäste im Micro vorsichtig an ihren Gläsern schnuppern, nippen und anschließend gemeinsam diskutieren über die nicht immer leicht einzuordnenden Geschmacksempfindungen. Doch einig sind sich hier alle: Sake ist spannend, vielfältig und die rund 20 Sorten, die im Micro getestet werden können, machen Lust auf viel mehr.

Das sieht Sternekoch Lohninger ähnlich, und so möchte er den Wein, dem bei maßvollem Genuss eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird, seinen Gästen näher bringen. Er bietet bislang vier verschiedene Sake auf seiner Getränkekarte an und sagt: «Sake kann man heiß oder kalt trinken, es gibt Champagner- oder Schnapsvariationen, süßen oder trockenen Sake. Auch zum Kochen und Abschmecken eignet er sich sehr gut.»

Und ob als Aperitif, zur Mahlzeit selbst, als Digestif oder Bestandteil eines Cocktails, beim Sake ist alles möglich, und die Gäste nehmen das Angebot gut an. Nur ein wenig Vorsicht sollte der Sake-Einsteiger walten lassen: Mit einem Alkoholgehalt von etwa 15 Prozent ist der Reiswein durchaus hochprozentig und «fährt verdammt schnell rein», lacht Lohninger.

Kombiniert mit bestimmten, in Europa gängigen Gewürzen sorgt der Reiswein für eine ganz besondere Harmonie. Fisch, Fleisch oder auch Desserts bieten endlose Kombinationsmöglichkeiten mit dem Reiswein, der in Japan in rund 1500 Brauereien - meist Familienbetrieben - hergestellt wird. Dazu wird ausgewählter Reis zusammen mit reinem Quellwasser und Hefe zum Gären gebracht.

«Dass aus Reis ein so aromatisches Getränk entstehen kann, finde ich faszinierend», sagt Ueno-Müller. Und Mario Lohninger meint: «Sake macht einfach glücklich und gemütlich.» Für die Zukunft wünscht sich der Koch, dass noch mehr Gastronomen den japanischen Wein anbieten - denn so könne sich auch die japanische Esskultur in Deutschland weiter verbreiten.

Nutzen Sie Facebook?
Dann empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden:

Anzeige - jetzt schalten
0.343