Neuvorstellung
SLR Roadster – der neue König der Lüfte
von Thomas Geiger, 29.07.2007
Steckbrief:
Modell: Mercedes SLR McLaren Roadster
Bauart: Roadster
Motor: 5,5 Liter, 8 Zylinder, Kompressor
Drehmoment: 780 bei 3.250 U/min
Verbrauch: 14,5 Liter/100 km
CO2-Emission: 344 g/km
Fahrleistung: 626 PS, 0-100 km/h in 3,8 sek., 332 km/h Spitze
Karosserie: 4,66 m lang, 1,91 m breit, 1,28 m hoch
Ladevolumen: 204 Liter
Serienausstattung: Soundsystem, Navi
Verkaufsstart: September 2007
Preis: 493.850 Euro
Modell-Übersicht:
Hintergrund:
Quelle:
Königstein (fnp) Mercedes erobert die Lufthoheit im Feld der offenen Supersportwagen zurück. Um den Absatz des etwas flügellahmen SLR zu beschleunigen, legen die Schwaben den modernen Silberpfeil nun auch als Roadster auf.
Für einen Aufpreis von knapp 60.000 Euro gibt es den gemeinsam mit Formel1-Partner McLaren in Handarbeit gebauten Zweisitzer deshalb von September an auch mit einer straffen Stoffmütze, die vollkommen sturm- und wetterfest ist. Denn die Höchstgeschwindigkeit ist mit 332 km/h nur zwei km/h geringer als beim Coupé und stempelt den neuen König der Lüfte zum schnellsten offenen Auto diesseits der Formel1. Dafür allerdings zahlt man einen königlichen Preis: 493.850 Euro stempeln den SLR Roadster, dessen erster Entwurf bereits im September 1999 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt wurde, auch zu einem der teuersten Supersportwagen am Markt.
Angetrieben wird der Roadster mit den markanten Überrollbügeln hinter den Sitzen wie das Coupé von einem Achtzylinder- Kompressormotor, den Haustuner AMG zusteuert. Er schöpft aus 5,5 Litern Hubraum 626 PS und zerrt mit bis zu 780 Nm an den breiten Hinterrädern. So beschleunigt er den Wagen in 3,8 Sekunden auf Tempo 100 und bringt wenig später auch die stabilste Föhnwelle durcheinander. Um das zu demonstrieren, sind die Schwaben diesmal nicht nach Dubai oder nach Kalifornien gegangen, wo diese Autos gerne gekauft werden, sondern in Deutschland geblieben, wo diese Autos wenigstens einmal ausgefahren werden können. Auf kurvigen Landstraßen im Taunus und der freien Autobahn macht der Wagen dabei auf jedem Kilometer deutlich, warum Mercedes ihn als die Reinkarnation der legendären Silberpfeile feiert: Aggressiv, bretthart und einfach unglaublich schnell reagiert er auf jedes Kommando und malt dabei mit seinen Achtzylinder eine Gänsehaut aufs Trommelfell.
Mag sein, dass die Ingenieure eine ausgefeilte Aeroakustik verwirklicht haben, die das Windspiel im Innenraum minimiert und auch bei 200 km/h noch Unterhaltungen ermöglicht. Doch wer will überhaupt noch reden, wenn der Kompressor singt und die Sidepipes wie die Trompeten von Jericho zum letzten Marsch blasen. Schließlich hält man bei Konzerten mit Placido Domingo, Barbara Streisand oder – wenn’s sein muss – Mick Jagger auch seinen Mund. Wer dennoch partout des Motors leid ist und auch seinem Sozius nichts mehr zu sagen hat, hört eben das Bose-Sound-System, das die Musik eines CD-Radios mit Navigation wiedergibt. Das gehört ebenso zur Serienausstattung wie die Carbon-Schalensitze mit Semi-Anilinleder-Polstern.
Auch bei geschlossenem Verdeck macht der Zweisitzer eine gute Figur. Denn die nach einem Griff zum Riegel an der verstärkten Dachsäule in weniger als zehn Sekunden voll versenkbare Stoffmütze wurde eigens für Fahrten bei höchster Geschwindigkeit entwickelt und mit einer Aluminiumplatte im vorderen Dachteil verstärkt. Das erspart im offenen Zustand die Persenning und hält bei geschlossenem Verdeck dem Fahrtwind anders als bei den meisten anderen Roadster dieser Leistungsklasse auch bei Vollgas Stand.