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Herr Evers hilft Firmen, ihre Computerkosten zu senken
31.05.2005
Tux  
Fechenheim (fnp) Der schwarz befrackte, tönerne Vogel mit den kurzen Flügeln nimmt in Joachim Evers’ Arbeitszimmer einen Ehrenplatz ein. Ist doch der Pinguin das Wahrzeichen des Computer-Betriebssystems Linux, und Evers schätzt so genannte Open-Source Software.

Die Installation und Wartung der frei und in der Regel kostenlos zugänglichen Computerprogramme, deren Quellcode den Anwendern offen liegt, so dass diese die Software modifizieren und auf ihre spezifischen Bedürfnisse zuschneiden können, zählt zu den Kernaufgaben des Unternehmens «e-kse».

Evers, der die Firma mit zwei Mitgesellschaftern im Fechenheimer Kompass-Zentrum für Existenzgründungen (KZE) schuf, berät Konzerne und mittelständische Unternehmen, die ihre Einnahmen erhöhen und ihre Kosten senken möchten. Einsparungspotenzial sieht der 49-Jährige, der an der Fachhochschule für Bundesfinanzverwaltung in Sigmaringen Finanzwirtschaft studierte, vor allem in Bezug auf IT-Kosten.

Pro Rechner beliefen sich die für Microsoft-Anwendungen zu entrichtenden Lizenzgebühren im Schnitt auf 1000 bis 1500 Euro. Durch einen Umstieg auf das Betriebssystem Linux ließen sich diese Ausgaben vermeiden.

Als Verfechter einer kategorischen Abkehr von kommerziell entwickelter und vertriebener Software, wie sie von Microsoft und Apple angeboten wird, will Evers indes nicht verstanden werden. «Wir prüfen genau, welche Software ein Unternehmen einsetzt, und ob es sinnvoll ist, den gesamten Betrieb oder einzelne Sektoren umzurüsten.»

Linux-Betriebssysteme, die unter anderem von der US-Raumfahrtbehörde NASA für die Programmierung von Raketen eingesetzt würden, seien weitgehend unbekannt. Eine geregelte Unterstützung für Linux-Anwendungen gebe es nicht.

Firmen und private Nutzer müssten, so sie nicht selbst über das notwendige Know-how verfügten, individuelle Vereinbarungen für eine kostenpflichtige Unterstützung treffen. Kompliziert sei die Installation von Linux indes nicht mehr.

«Das war in der Vergangenheit so. Seit etwa zwei Jahren benötigt man nur noch wenig Spezialwissen, um das System zu installieren», sagt Evers, der nach seinem Studium als Steuerprüfer bei der Oberfinanzdirektion in Hannover arbeitete, bevor er ab 1988 für 14 Jahre lang als Informatiker zur Dresdner Bank wechselte.

2001 schließlich machte der gebürtige Wilhelmshavener sich als Berater für Banken, Softwareunternehmen und Versicherungen selbstständig.

Die Idee, eine GmbH zu gründen, sei vor dem Hintergrund entstanden, dass viele Firmen IT-Wartungsverträge nicht mit Einzelpersonen abschlössen, sondern nur mit Unternehmen, die mehrere Mitarbeiter beschäftigten. «Die Firmen brauchen die Gewissheit, dass zu jeder Zeit Fachkräfte verfügbar sind, die sich um plötzlich auftretende Probleme sofort kümmern.»

Eine Netzwerkpartnerschaft mit drei anderen IT-Dienstleistern gewährleiste, dass Kunden von «e-kse» an allen Tagen des Jahres kompetent betreut werden könnten.

Im KZE habe sein Unternehmen, das zwei feste und drei freie Mitarbeiter beschäftigt, ein günstiges Büro gefunden.

Der Businessplan, den Evers in drei Wochen ausarbeitete, und dessen Genehmigung durch das KZE die Voraussetzung für den Einzug in das von der Wirtschaftsförderung Frankfurt getragene Gebäude an der Hanauer Landstraße ist, sei innerhalb von zwei Monaten geprüft und für gut befunden worden.

Zu den Kernaufgaben des Unternehmens, dessen Wappentier die Eidechse ist, zählt die Optimierung von Geschäftsprozessen zum Zwecke der Gewinnmaximierung. «Wir analysieren, welche Arbeitsabläufe vereinfacht oder beschleunigt werden können. Der Profit eines Unternehmens ist oft am wirksamsten durch Kostensenkungen und nicht durch Umsatzsteigerung zu erhöhen.»

Beispiele von einfach zu vermeidender Misswirtschaft kennt der 49-Jährige zur Genüge. In manchen Firmen erreichten Rechnungen die Buchhaltung regelmäßig erst dann, wenn die Skonto-Frist bereits abgelaufen sei. In anderen Fällen funktioniere die Liquiditätssteuerung nicht, so dass Zinsverluste zu beklagen seien.

«Bei Konzernen, die täglich Millionenbeträge bewegen, schlägt es mitunter erheblich zu Buche, wenn die laufenden Konten, die kaum Zinsen bringen, abends nicht auf Null stehen und so die Chance vertan wird, durch günstigere Anlage die Zinsen zu erwirtschaften.» (jul)

Quelle und Rechte:

» Frankfurter Neue Presse

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