Die Renaissance des Diaabends
Auf der Konsole Foto-CDs erstellen
03.03.2005
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Frankfurt (rmn) Digitale Fotos sind in. Wenn es aber darum geht, sie der ganzen Familie vorzuführen, ist der Computer wenig geeignet. Brennt man die Bilder dagegen auf eine Video-CD (VCD), kann der Diaabend vor Fernseher und DVD-Player neu erblühen. Für Linux-Nutzer hat Helmut Willems ein Script erstellt, dass aus Fotos im Handumdrehen eine solche VCD erstellt.
fotocd.sh gibt sich schon im Namen als Shell-Script zu erkennen. Auf der Homepage des Autors ist es gepackt mit einigen Zusatzdateien kostenfrei herunterzuladen. Um alle Funktionen nutzen zu können, müssen auf dem Computer des Anwenders diverse Zusatzanwendungen vorhanden sein. Diese sind in den gebräuchlichen Distributionen enthalten. Eine Liste birgt die mitgelieferte Datei LIESMICH. Auch das Installationsprogramm prüft die Exisitenz der wichtigsten Pakete ab.
Die Installation
Nach dem Download wird die Datei in ein beliebiges Verzeichnis entpackt. Im so entstandenen Ordner wird über die Konsole die Datei "install" aufgerufen. Interaktiv führt das Script durch die Einrichtung des Programms, die in der Regel ohne Probleme erfolgt. Anschließend kann der Nutzer die Textdatei .fotocdrc in seinem Home-Verzeichnis editieren, um die Vorgaben des Programms seinen Wünschen anzupassen.
Das Programm starten
In der Voreinstellung nutzt fotocd.sh den Ordner fotocd im Homeverzeichnis zur Ablage eigener Daten. Im Ordner Fotos, ebenfalls im Homevezeichnis des Nutzers, erwartet es verschiedene Ordner mit Bildern. Jeder Ordner kann als eigenes Album auf die VideoCD gebrannt werden. Auch Unterordner sind möglich, um den Fotobestand zu strukturieren.
Liegen die Bilder bereit, startet das Programm mit der Eingabe von "
fotocd Album1 Album2", wobei die Angaben "Album1" und "Album2" für die Namen der Ordner stehen, die gebrannt werden sollen.
Je nach Voreinstellung erzeugt fotocd.sh eine Image-Datei, die selbst auf CD gebrannt werden kann, oder startet sogar den Brennvorgang - wenn die CD zuvor eingelegt wurde.
Das Ergebnis
Die fertige CD kann in jeden gebräuchlichen DVD-Player eingelegt werden. Sie startet automatisch mit der Übersicht der verfügbaren Alben. Zusätzlich bietet fotocd.sh die Möglichkeit, alle Bilder nacheinander selbstlaufend anzuzeigen oder eine kurze Einführung in die Benutzung am Bildschirm zu darzustellen.
Im Gegensatz zu vielen Programmen, die für die Windows-Welt verkauft werden, erzeugt fotocd.sh dabei jedoch keinen Film aus den Fotos, der selbstständig abläuft. Die Bilder bleiben als einzelne Aufnahmen erhalten. Der Anwender kann so wie bei einer Diashow vor und zurück springen. Zudem erleichtern Übersichtsbilder das schnelle Auffinden einzelner Aufnahmen.
Die Video-Datei, die der Aufbau einer Video-CD erwartet, wird dagegen als Fehlermeldung genutzt, falls der DVD-Player die Menü-Funktionen nicht unterstützen sollte. Sie kann aber auch andere Aufgaben wahrnehmen, die der Anwender in den Einstelungen der Datei ~/.fotocdrc festlegen kann.
Besonderer Mehrwert
Neben den Ansichten für den DVD-Player kann fotosh.sh die Bilder zudem in der Originalgröße auf der CD ablegen. Dabei werden automatisch HTML-Seiten erzeugt, die eine einfache Navigation durch die Bilder ermöglichen. Hier sind verschiedene Einstellungen möglich, die wiederum in der Konfigurationsdatei abgelegt werden. Auch Text-Dateien können so mit auf die CD gebrannt und später am Computer ausgelesen werden. Die so erstellte CD kann natürlich auch an Computern mit anderen Betriebssystemen wie Windows genutzt werden.
Eine grafische Oberfläche für KDE zur einfacheren Nutzung des Shell-Scripts bietet der Autor unter dem Name kfotocd ebenfalls auf seiner Homepage an.