Lautlos
Lautlos
|
|
Daten zum Film
Thriller, D/2004 Darsteller: Joachim Król, Nadja Uhl, Christian Berkel, Rudolf Martin Regie: Mennan Yapo Produzent: Stefan Arndt, Tom Tykwer Drehbuch: Lars-Olav Beier Kinostart: 29.04.2004 Spielzeit: 90 min
Verleih: X-Verleih
Star-Portraits:
» Tykwer, Tom
Veranstaltungskalender:» Kinos in denen der Film heute läuft
|
Inhalt
Der Profikiller Viktor (Joachim Król) begeht den größten Fehler, der in seinem Job möglich ist: Er verliebt sich. Der schweigsame Todesengel, der seine Aufträge bisher stets mit eiskalter Präzision erledigt hat, rettet der geheimnisvollen Nina (Nadja Uhl) das Leben. Durch die vorsichtige Annäherung der beiden einsamen Seelen gerät Viktors streng geregeltes Leben aus den Fugen – und er selbst ins Visier des Profilers Lang (Christian Berkel), der sich erbarmungslos an seine Fersen heftet. Viktor weiß nicht, ob er Nina vertrauen und ihr seine wahre Identität offenbaren kann. Doch er ist bereit, für seine Liebe alles zu riskieren – auch wenn sich die Schlinge immer enger um ihn zusammenzieht...
Rhein-Main.Net-Kritik
Von Caroline Schaminet
„Lautlos“ ist der erste abendfüllende Spielfilm von Regisseur Mennan Yapo, der bis dato vor allem durch seinen Kurzfilm „Framed“ (1999) in der nationalen und internationalen Filmszene aufgefallen ist. Für seinen Thriller konnte der Jung-Regisseur bekannte Größen aus der deutschen Filmlandschaft gewinnen: Joachim Król (u.a. „Lola rennt“, „Der bewegte Mann“) verkörpert den einsamen Profikiller Viktor, sein Gegenspieler ist Christian Berkel (u.a. „Rossini“, „Das Experiment“) in der Rolle des Profilers Lang, der ihm immer dicht auf den Fersen ist. In der weiblichen Hauptrolle ist Nadja Uhl („Das Wunder von Lengede“) als traumatisierte Nina zu sehen.
Der Filmtitel „Lautlos“ ist von der ersten Minute an ständig präsent: es beginnt damit, dass das nächste Opfer des Killers die Stille der Nacht in einer Großstadt vom Balkon aus genießt, dann der Schuss, der kein Geräusch verursacht und immer wieder das plötzliche leise Auftauchen von Viktor und sein lautloses Verschwinden. Die Geräuschkulisse wird auf eine interessante Weise immer wieder so dumpf abgefedert, dass die Emotionen der Hauptdarsteller ebenso erscheinen. Sie scheinen in ihren eigenen Emotionen gefangen, sind sich dessen aber bewusst und bereit alles in Kauf zu nehmen, um daraus auszubrechen.
Im Mittelpunkt des Filmes stehen nicht die Morde, die Viktor begeht und deren Aufklärung, sondern das psychische Dilemma eines Profikillers, der zwischen Job und der Liebe entscheiden muss.
Eine leise gesummte Melodie hat den eiskalten emotionslosen Killer aus dem Gleichgewicht gebracht. Seine „heile“ Welt des Tötens auf Kommando scheint in Frage gestellt, denn sobald ein Killer Gefühle zeigt, macht er Fehler und verliert die Distanz zu seinem Job. Joachim Król spielt den Profikiller Viktor überzeugend und ist als dieser darüber hinaus auch noch sehr sympathisch. Christian Berkel als der gegen ihn ermittelnde Polizist wirkt durch sein Äußeres fast bedrohlicher als der eigentliche Killer, dennoch verkörpert er den Profiler als einen hochintelligenten Menschen.
Lautlos ist kein Räuber-und-Gendarm-Thriller im herkömmlichen Sinne: Viktor ist seinem Profiler immer einen entscheidenden Schritt voraus, so dass es nie zu einer direkten Begegnung zwischen den Beiden kommt. So ist am Ende eigentlich klar, dass es Viktor schafft, zusammen mit Nina der Polizei zu entkommen. Zusammen mit Nina beginnt er ein neues Leben in einer anderen Einsamkeit und Stille.
Fazit: Ein hochpsychologischer Film, der mit der Zeit leider etwas an Spannung verliert.
3 Türme
FNP-Kritik
Von Manfred Müller
"Lautlos" arbeitet Joachim Krol als Profikiller in dem Film von Mennan Yapo.
Die Franzosen haben ihre Noir-Krimis, die Briten ihre Grotesken, die Italiener ihre Spaghetti-Western. Nur in Deutschland hat es zu einer Tradition des Genrefilms nie recht gelangt. Auch der Versuch des Regisseurs Mennan Yapo und des Filmjournalisten Lars-Olav Beier (Buch) kommt über den guten Vorsatz nicht hinaus. Prä...