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| Redaktionswertung: | akzeptabel |
| Regie: | Alastair Fothergill, Keith Scholey |
| Schauspieler: | |
| Genre: | Dokumentarfilm |
| Land: | USA |
| FSK: | 6 |
| Laufzeit: | 92 Min. |
| Start: | 19.04.2012 |
Für Natur-Dokumentationen, die weltweit das Kinopublikum begeistern, hat Disney Nature ein Händchen: "Unsere Erde" (2007) spielte weltweit rund 108 Millionen US-Dollar ein, "Unsere Ozeane" (2009) immerhin noch 82 Millionen Dollar. Nach dem Planeten und den Gewässern ist nun die afrikanische Savanne an der Reihe. Die Regisseure Alastair Fothergill ("Unsere Erde") und Keith Scholey heften sich "Im Reich der Raubkatzen" an die Fersen von Löwen und Geparden. Die Geschichte zu den beeindruckenden Bildern kommt allerdings oft etwas betulich daher.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Tiere arg vermenschlicht werden - nicht nur, indem sie Namen verpasst bekommen. So ist Gepardin Sita nicht einfach die Mutter eines quirligen Wurfs, den es unter harten Bedingungen durchzubringen gilt, sondern gemäß Sprecher Thomas Fritsch eine Alleinerziehende, die keinen Partner hat, der ihr hilft. Dies soll vermutlich als Projektions- und Identifikationsfläche dienen: Zielgruppe sind Kinder, von denen viele auch ohne ihren Vater aufwachsen. Der lebt allerdings in der Regel aufgrund einer Trennung nicht bei seiner Familie - im Gegensatz zum Gepardenmännchen, dessen Beteiligung an der Aufzucht des Nachwuchses von der Natur nicht vorgesehen ist. Ein fader Nachgeschmack bezüglich dieser künstlich geschaffenen Parallele - einer von vielen - zwischen Mensch und Tier bleibt also.
Anhand ihrer pelzigen Protagonisten wollen die Filmemacher erklären, wie das Leben der Raubkatzen im kenianischen Nationalpark Masai Mara funktioniert. Zu schnell driften sie dabei jedoch ins Dramatisieren ab, gelegentlich dient auch pauschale Schwarz-Weiß-Malerei - hier die Guten, da die Bösen - als Hilfsmittel. So wird beispielsweise die Geschichte des Löwenmädchens Mara, das sich von seiner schwächer werdenden Mutter Layla lösen muss, wenn es überleben will, erzählerisch immer mehr zugespitzt, ein Rudel Junglöwen wird zur feindlichen Bedrohung hochstilisiert. Logisch, dass die Sachebene unter derartigen Kniffen leidet.
"Im Reich der Raubkatzen" ist zuweilen kitschig, gelegentlich auch pathetisch. Ohne Rahmenhandlung entspönne sich auf der Leinwand eine spannende Geschichte, für deren Vermittlung allein die wunderbar einfühlsamen, aussagekräftigen Bilder - die übrigens auf unnötig brutale Szenen wie das Töten eines Gnus verzichten - genügen würden. Für kleine Kinogänger ist der Film jedoch auch mit Erzähltext ein Erlebnis und vermutlich besser verständlich.