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Liebieghaus präsentiert Ausstellung zu Niclaus Gerhaert
27.07.2011
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Die Werke von Niclaus Gerhaert von Leyden findet bald ein neues Zuhause im Liebieghaus.Die Werke von Niclaus Gerhaert von Leyden findet bald ein neues Zuhause im Liebieghaus.
Frankfurt am Main Vom 27. Oktober 2011 bis 4. März 2012 präsentiert das Liebieghaus in Kooperation mit dem Musée de l’OEuvre Notre-Dame in Straßburg erstmals eine große Sonderausstellung zu Niclaus Gerhaert von Leyden (um 1430–1473), einem der wichtigsten und einflussreichsten Bildhauer der Spätgotik.

In der Ausstellung in Frankfurt können rund 70 eindrucksvolle Werke aus international renommierten Sammlungen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Rijksmuseum in Amsterdam, dem Musée du Louvre in Paris, dem Kunsthistorischen Museum in Wien, dem Berliner Bode-Museum oder dem Bayerischen Nationalmuseum in München gezeigt werden.

Gefasste mittelalterliche Holzskulpturen stellen aufgrund der extremen Transport- und Klimaempfindlichkeit ihres Materials hohe konservatorische Anforderungen an ein Museum. So mussten zur Vorbereitung der Niclaus-Gerhaert-Ausstellung etliche Leihgaben von der Restaurierungsabteilung des Liebieghauses in Zusammenarbeit mit den Leihgebern vor Ort analysiert und konserviert werden.

Darunter zwei zentrale, nahezu lebensgroße Figuren aus dem 1462 datierten Hochaltar der spätgotischen Kirche St. Georg in Nördlingen.

Mithilfe genauer technologischer Analysen ließen sich unter anderem neue Aussagen zur Herkunft und zum Herstellungsprozess der Kunstwerke treffen und nachweisen, dass die Nördlinger Figuren nicht wie bislang vermutet in Köln entstanden, sondern in einer Straßburger Werkstatt gefasst wurden und dementsprechend Niclaus Gerhaerts Werkstatt auch dort bereits ansässig gewesen sein muss.

Der heute fast vergessene, von den Zeitgenossen aber hoch gerühmte Gerhaert wurde vor allem wegen der Lebendigkeit seiner Objekte, ihrer formalen Originalität und virtuosen Ausführung geschätzt. Der in Straßburg und Wien tätige Niederländer ist zweifellos einer der zentralen Künstler der Spätgotik. Auch Kaiser Friedrich III. war zutiefst beeindruckt und stellte ihn in seine Dienste.

Für dessen monumentale Grabanlage im Wiener Stephansdom, die größte des Mittelalters, schuf Gerhaert aus rotem Marmor die Deckplatte mit der Gestalt des Kaisers, ein Meisterwerk spätmittelalterlicher Bildhauerkunst.

Die sogenannte „Bärbel von Ottenheim“, der aus rotem Sandstein gemeißelte Kopf einer Sibylle, einer antiken Seherin, zählt zu den Hauptstücken der Mittelaltersammlung des Liebieghauses.

Deren Pendant, ein bärtiger Prophet, von dem ebenfalls nur noch der Kopf existiert, befindet sich im Musée de l’OEuvre Notre-Dame in Straßburg. Erstmals seit ihrer Trennung im 19. Jahrhundert werden diese beiden grandiosen Köpfe, die Niclaus Gerhaert 1463 als Portalschmuck für die zerstörte „Neue Kanzlei“ in Straßburg schuf, in der Ausstellung wieder zusammen zu sehen sein.

Weitere Informationen unter » www.liebieghaus.de

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