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Darmstädter Firma fährt gut mit Pedelecs
Von Joachim Baier, 26.07.2011
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Pedelecs-Montage in DarmstadtPedelecs-Montage in Darmstadt
Darmstadt. Das Fahrrad mit 500-Watt-Elektromotor ist das Firmen-Flaggschiff. "Wir sind immer noch die einzige Firma, die ein solches vom TÜV zugelassene Pedelec im Programm hat", sagt der Sprecher des Darmstädter Fahrradherstellers Riese und Müller, Tobias Spindler.

Mit so einer elektrischen Kraftspritze verliert jede Radelstrecke ihren Schrecken. Die Stromkosten sind laut dem deutschen Fahrradclub ADFC gering, der Gewinn ist enorm. 500 Watt - das ist Spindler zufolge die Tretleistung, die Fahrer bei der Tour de France im Zielsprint erreichen.

Das 1993 gegründete Unternehmen mit rund 50 Beschäftigten baut etwa 5000 Fahrräder im Jahr, rund 3000 davon sind Pedelecs. Das Besondere an ihnen: Ein Elektromotor unterstützt den Radler beim Treten.

Im vergangenen Jahr wurden laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) knapp 200.000 Pedelecs und andere Räder mit Elektromotoren verkauft, dieses Jahr dürften es demnach rund 300 000 werden. "Es gibt eine immer stärkere Nachfrage der Altersgruppe 35 plus", sagt ZIV-Sprecher Stephan Schreyer.

Schwitzen sei bei Elektrofahrrädern oder E-Bikes kein Problem mehr - gut für Berufspendler. "Da können Sie auch im Anzug drauf sitzen, wenn Sie in der Firma keine Dusche haben."

Auch die Firma Riese und Müller spürt, dass es zunehmend jüngere Käufer gibt - wie etwa den Bankmanager aus dem Vordertaunus, der in Frankfurt arbeitet. Es komme noch ein weiteres Segment hinzu, sagt Spindler: "Immer beliebter ist auch das Pedelec als Sportfahrrad."

Riese und Müller stellte im Jahr 2008 erstmals die Elektroräder vor. Seitdem hätten die Pedelecs eine deutliche Umsatzsteigerung gebracht. "Mittlerweile haben 60 Prozent unserer Fahrräder einen Elektromotor", sagt Spindler. Dem 50-Mann-Unternehmen wird das Gelände am Rande der Stadt schon zu klein.

Die Unternehmer Markus Riese (43) und Heiko Müller (44) gelten als Fahrradfreaks. Bereits ihre Diplomarbeit an der Technischen Universität Darmstadt drehte sich ums Zweirad, genauer: um Klappfahrrad "Birdy".

Auch bei den Pedelecs wird weiter getüftelt. Es gibt Fahrräder mit einem Hinterrad- und solche mit einem Vorderrad-Nabenmotor. Als drittes soll laut Spindler ein Bosch-Antrieb dazu kommen, ein Mittelmotor. "Der wirkt auf den Antrieb, auf Kurbel und Kette."

Wer ein Pedelec von Riese und Müller haben möchte, muss tiefer als bei anderen Herstellern in die Tasche greifen. "Bei einem guten Elektrofahrrad geht es bei 1500 Euro los", sagt Norbert Sanden vom ADFC-Hessen. Ein Kunde der Darmstädter steigt mit 2700 Euro ein.

"Ein gutes System von Motor und Batterie allein kostet schon 1000 Euro", erklärt Unternehmens-Sprecher Spindler. "Dann kommt noch das ganz normale Fahrrad hinzu." Bei Riese und Müller sind alle Modelle vollgefedert - auch hiermit wollen sich die Darmstädter von anderen Anbietern unterscheiden.

Vor der Zukunft ist dem Unternehmen nicht bange: In Deutschland sei der Markt noch lange nicht gesättigt, meint Sprecher Spindler. "In den Niederlanden sind 30 Prozent der Fahrräder E-Bikes, bei uns gerade mal drei bis vier Prozent." Sanden vom ADFC sieht es ähnlich: "Pedelecs sind im Kommen." Laut Verband ZIV sind sie "eine Alternative zu den hohen Benzinpreisen."

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