Fingerabdruck-Leser in Freibad nach Kritik außer Betrieb
21.07.2011
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Freibad (Symbolbild)
Bad Orb. Nach Kritik von Datenschützern ist im Naturerlebnis-Freibad von Bad Orb ein Lesegerät für Fingerabdrücke wieder außer Betrieb genommen worden. Bürgermeisterin Helga Uhl (parteilos) bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag einen Bericht des Radiosenders hr1.
Die Kommunalaufsicht hatte die Kurstadt Anfang der Woche angewiesen, das Gerät nicht weiter zu verwenden. Die Stadtverwaltung wolle nun prüfen, ob der Scanner zur neuen Saison wieder in Betrieb genommen werden könne. Sie sehe sich im Recht und wolle sich unter anderem an Innenminister Boris Rhein (CDU) wenden.
Das Freibad hatte das Gerät Ende Mai eingeführt, um zu verhindern, dass Besucher die Tickets von Dauerkartenbesitzern mitbenutzen. Dadurch entgingen der Stadt nach eigenen Angaben pro Jahr bis zu 10 000 Euro Eintrittsgeld. Auf den Karten wurde der Fingerabdruck der Inhaber gespeichert und mit dem Scan am Lesegerät abgeglichen.
Hessens Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch und die Opposition im Landtag hatten das im Land einmalige Einlasssystem scharf kritisiert und eine fehlende Rechtsgrundlage bemängelt. Zwar konnten die Stammgäste auch ohne gespeicherte Biometrie-Daten schwimmen gehen, mussten dann aber länger an der Kasse warten und sich ausweisen.