Hund, Katze, Krokodil - exotische Haustiere sind beliebt
Von Joachim Baier,
17.07.2011
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Krokodil
Darmstadt. Vogelspinne statt Wellensittich, Krokodil statt Kätzchen: Exoten werden als Haustiere immer beliebter. In Hessen leben mehr als 40.000 Exemplare bei Privatleuten, wie die Regierungspräsidien mitteilten.
Allein die Behörde in Darmstadt registrierte innerhalb eines Jahres sieben Prozent mehr Schlangen, Spinnen und Schildkröten. Auch die Zahl der Tierhalter ist gestiegen. In Frankfurt etwa besitzen mindestens 1500 Menschen geschützte Wildtiere.
"Vor allem die Reptilien üben eine große Faszination aus", sagte die Leiterin des Dezernats Artenschutz beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, Gabriele Fillbrandt.
Ähnlich sieht das der Präsident des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde, Stefan Hetz: "Beliebt ist, was exotisch ist. Genauso wie ein Urlaub in den Tropen."
Wer solche Tiere halten will, muss ihre legale Herkunft nachweisen. Mitunter sind noch zusätzliche Genehmigungen erforderlich. Wer gegen Bestimmungen des Artenschutzes verstößt, dem drohen Geldbußen von bis zu 50.000 Euro.
Neben den geschützten Tieren gibt es auch die gefährlichen - in Südhessen allein rund 2000. Ob Giftschlangen oder Krokodile: Sie sind seit 2007 in Hessen verboten. Es dürfen keine neuen Tiere mehr gekauft werden, Nachzüchtungen sind tabu. Deshalb geht die Zahl der gefährlichen Tiere zurück.
"Reptilien können sehr alt werden", erklärte RP-Mitarbeiterin Fillbrandt. Ein zunächst niedlicher kleiner Grüner Leguan könne zudem bis zu 1,5 Meter groß werden und seinen Besitzer überfordern. Ein Klassiker unter den Exoten sind auch die Landschildkröten: "Diese Tiere sind einfacher zu halten als etwa eine Schlange oder ein Leguan." Viele reize das Methusalem-Alter, das diese Tiere erreichen können.
Und dann gibt es da noch die Fans von Schlangen, Spinnen und Co. - eine Szene für sich. Viele dieser Tier werden nicht über den normalen Zoohandel gekauft. "Das geschieht oft über Privatbörsen. Manchmal ist jede Woche eine", sagte die Sprecherin des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe, Antje Schreiber. Ein anderer Umschlagplatz sei das Internet. "Es gibt extrem viele Foren, wo diese Tiere getauscht werden."
Biologe Hetz warnte Exotenfreunde vor Spontankäufen. "Das ist oft wie bei einer Frau, die an einem Geschäft vorbeigeht, Schuhe sieht und sofort zugreift." Zudem habe auch diese Branche ihre schwarzen Schafe.
"Es gibt anscheinend immer noch die Möglichkeit, einfach so an ein solches Tier heranzukommen." Das merkt auch der Frankfurter Flughafen, wo immer wieder bedrohte Tiere entdeckt werden, die aus illegalem Handel stammen. Wohin mit ihnen? Letzte Rettung ist oft der Frankfurter Zoo.