"20 Jahre Gegenwart" - 1000 moderne Kunstwerke
16.06.2011
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Museum für Moderne Kunst
Frankfurt. Alle sind sie wieder da: Die 57 fischig riechenden Holz-Pinguine von Stephan Balkenhol, die wie geklont aussehende Tischgesellschaft von Katharina Fritsch, das Stein- und Glas-Iglu von Mario Merz.
Dazwischen Neuerwerbungen wie Michael Beutlers zwei Stockwerke hohe, knallgelbe Waben-Installation, Ai Weiweis Saal voller Vasen oder Isa Genzkens Raumfahrer-Saal "Oil", den sich das Museum für Moderne Kunst (MMK) gern von Spendern und Sponsoren zum Geburtstag schenken lassen würde.
Zum 20. Geburtstag zeigt das MMK in Frankfurt 1000 Meisterwerke der Moderne. Normalerweise schlummern die meisten Arbeiten aus Platzgründen im Depot. In der Jubiläumsausstellung "MMK 1991-2011. 20 Jahre Gegenwart" zeigt das Museum seine Schätze gleich an drei Standorten: im Haupthaus, einem benachbarten Ausstellungsraum und auf sieben Stockwerken in einem leerstehenden Bürogebäude am Mainufer.
150 Künstler sind zu entdecken, "die wichtigsten 75 Prozent des Sammlungsbestandes", wie Museumschefin Susanne Gaensheimer bei der Vorbesichtigung am Donnerstag sagte. Die Sonderschau wird am Sonntag eröffnet und läuft bis 9. Oktober.
Im "MaintorAreal" ist auf sieben Stockwerken Platz für Kunst - damit steht mehr als doppelt so viel Ausstellungsfläche zur Verfügung wie sonst. Für raumfüllende Arbeiten wurden die Wände der ehemaligen Büros herausgerissen; andere blieben stehen, um Kabinette für intimere Arbeiten zu schaffen wie Nam June Paiks Kerze, einen Raum voller Konfetti oder das Zimmer für Thomas Bayrle, dessen aus winzigen Holzköpfen zusammengesetztes Kopfbild 1981 das erste Werk der Sammlung war.
Als 1991 das "Tortenstück" genannte Museumsgebäude eröffnet wurde, war die Sammlung schon enorm gewachsen - heute umfasst sie an die 4500 Kunstwerke. "Eine außerordentlich bedeutende Sammlung, die sich mit den großen internationalen Häusern messen kann", sagte Gaensheimer in dem von Tobias Rehberger gestalteten knallorangenen Museumscafé samt Dachterrasse mit Mainblick.
Im Zollamt, das bereits seit 2007 als Ausstellungsraum für junge Künstler genutzt wird, ist eine Videoinstallation zu sehen, die auf mehreren Leinwänden den Choreographen William Forsythe zeigt; manche Kameras zeigen seine Bewegungen, andere sind an seinen Händen befestigt.
Zwischen dem Zollamt auf der einen und dem nun 20 Jahre alten Museumsbau von Hans Hollein auf der anderen Straßenseite feiert das MMK am Sonntag ein Straßenfest mit "Tortenanschnitt".
Jubiläumsausstellung "MMK 1991-2011. 20 Jahre Gegenwart"
19. Juni bis 9. Oktober, an drei Standorten
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Mittwoch 10 bis 20 Uhr
Eintritt: 8 Euro