Fraport mit Gewinneinbruch
Hohe Zinslast für Ausbau
11.05.2010
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Frankfurt. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG hat im ersten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Das Konzernergebnis schrumpfte von 20 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 4 Millionen Euro, wie der M-Dax- Konzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten ungefähr 12 Millionen Euro erwartet.
Auf den Gewinn drückten vor allem die steigenden Zinsaufwendungen für den Ausbau des größten deutschen Flughafens, der eine neue Landebahn und weitere Abfertigungsstätten erhält.
Auch das Flugverbot wegen der isländischen Aschewolke wird auf den Gewinn durchschlagen: Fraport bezifferte die Verluste wegen der fünftägigen Sperre im April auf 20 Millionen Euro beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA). Rund eine Million Passagiere konnten wegen der Luftraumsperrungen nicht fliegen.
Trotz der widrigen Umstände im ersten Quartal wie Pilotenstreik, Wintereinbruch und Orkantief erhöhte Fraport-Chef Stefan Schulte das Ziel für das Jahresergebnis. Es sollte vor allem mit Hilfe der im Ausland betriebenen Konzernflughäfen das Vorjahresniveau wieder erreichen. 2009 hatte die Fraport unter dem Strich rund 157 Millionen Euro verdient.
Im ersten Quartal 2010 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 4,3 Prozent auf 476,1 Millionen Euro. Dazu haben unter anderem erhöhte Entgelte für die Flugzeugabfertigung beigetragen. Mit den Airlines wurden die Gebühren bis ins Jahr 2015 vereinbart.
Das Finanzergebnis lag in den ersten drei Monaten 2010 mit 42,3 Millionen Euro im Minus. Im Jahr zuvor war es in erster Linie wegen Sondereinflüssen um rund 30,4 Millionen günstiger ausgefallen, wie Fraport berichtete.
Am Frankfurter Flughafen unterbrach das Flugverbot nach dem Vulkanausbruch im April die Erholung im Passagiergeschäft. Nachdem die Zahl der Fluggäste im ersten Quartal noch zugelegt hatte, musste die Drehscheibe im April einen Rückgang von 16,9 Prozent auf gut 3,5 Millionen Passagiere hinnehmen.
Damit wurde die Erholung des ersten Quartals aufgezehrt. Von Januar bis April zählte Fraport nun 1,9 Prozent weniger Passagiere an ihrem Hauptsitz.
Konzernweit - Fraport betreibt auf eigene Rechnung auch Flughäfen in der Türkei, am Schwarzmeer und in Peru - zählten die Frankfurter im April 5,4 Millionen Fluggäste, ein Rückgang von 9,6 Prozent. In den ersten vier Monaten liegt das Unternehmen damit immer noch 2,6 Prozent im Plus.
Steigende Nachfrage vor allem nach Asien lasse aber auf ein Passagierwachstum von ein bis zwei Prozent in diesem Jahr hoffen. Auch das Frachtgeschäft hat zuletzt wieder deutlich angezogen.
Trotz Asche wurden im April mit knapp 170.000 Tonnen Luftfracht und Luftpost rund 21,2 Prozent mehr abgefertigt als vor Jahresfrist. Mit dem Sommerflugplan wuchs die Zahl der Starts in Frankfurt um 2 Prozent. Vor allem gibt es zusätzliche Interkontinentalverbindungen und Frachtflüge.