Ein Wochenende Pause am Frankfurter Flughafen
18.04.2010
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Frankfurt. Die Vulkanasche aus Island hat den Frankfurter Flughafen auch am Wochenende lahmgelegt. Mehr als 2500 Starts und Landungen auf Deutschlands größtem Flughafen fielen aus. An Bahn- und Flugschaltern standen erneut gestrandete Passagiere Schlange. Es herrschte aber deutlich weniger Andrang als am Freitag, dem ersten Tag des Flug-Stopps.
Die Sperre des Luftraums sollte nach Angaben der Deutschen Flugsicherung noch bis mindestens 20.00 Uhr am Sonntag dauern. Die Lufthansa bereitete sich aber schon am Samstag darauf vor, den Betrieb wieder aufzunehmen, und flog einige Maschinen ohne Passagiere von München nach Frankfurt.
Bei diesen Positionierungsflügen in Höhen zwischen 3000 und 8000 Metern hätten die Flieger «keinen Kratzer» von angbelicher Vulkanasche davongetragen, berichtete ein Konzernsprecher am Sonntag.
Kino für gestrandete Passagiere
In der Transitzone des Frankfurter Flughafens harrten hunderte Passagiere aus, viele ohne Visum für Deutschland. Ihnen bot der Flughafenbetreiber Fraport neben Essen, Trinken und Waschzeug auch Kinofilme und Flughafenrundfahrten an.
Insgesamt 1400 Feldbetten standen für Reisende bereit, die am Airport übernachten mussten. Viele versuchten aber auch mit der Bahn oder einem Mietwagen Frankfurt zu verlassen. Pech hatten einige Zugreisende am Samstagnachmittag: Ein ICE-Unfall legte die wichtige Bahnachse zwischen Frankfurt und Köln lahm. Einzelne gestrandete Fluggäste klagten zudem über stark erhöhte Hotelpreise.
Posch verspricht Ausnahmen beim Nachtflugverbot
Der hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) will die Nachtflugbeschränkung nach einer Aufhebung der Sperrung des Luftraums lockern. Er unterstütze alles, was am Frankfurter Flughafen die Rückkehr zu einem «normalen Flugbetrieb möglichst rasch» gewährleiste, teilte Posch mit.
Deshalb werde er «mit einer äußerst flexiblen und großzügigen Genehmigung von Ausnahmen reagieren». Die Passagiere in Frankfurt müssten so rasch wie möglich weiterreisen können. Wann welcher Flieger wo starte, werde von der Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel entschieden, sagte ein Fraport-Sprecher am Sonntag.
Lufthansa fliegt Maschinen nach Frankfurt
Damit der Betrieb nach Abzug der Vulkanasche schneller anläuft, verlegte Lufthansa am Samstag leere Langstreckenmaschinen von München nach Frankfurt. Als erstes landete ein Airbus 340. Techniker entdeckten nach der Landung keine Schäden.
Darauf machten sich neun weitere Maschinen ohne Passagiere auf den Weg. Die Flugzeuge flogen nur nach Sicht in einer Höhe von bis zu 3000 Metern. Nach München waren am Freitag viele Flüge umgeleitet worden. Die Maschinen würden aber in Frankfurt benötigt, sagte ein Sprecher.
Auch Markus Siebers vom Vorstand der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) nannte es eine logistische Herausforderung, Maschinen und Besatzungen an die richtigen Orte zu bringen. Aus Sicht der Lotsen werde das Anlaufen des Betriebs keine Probleme machen, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Dies sei normales Geschäft. Auch ein Lotsenstreik ist nach der Tarifeinigung am Freitag vom Tisch.
Die Belastung der Beschäftigten am Flughafen war am Wochenende ungleich verteilt: Während das Personal an den Info-Schaltern aufgestockt wurde, durften Sicherheitspersonal oder Mitarbeiter der Abfertigung nach Hause. «Wir haben unser Personal ausgedünnt», sagte ein Fraport-Mitarbeiter. «Jetzt warten auch wir, wann es weitergeht.»