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Durchfliegen von Vulkanasche extrem gefährlich
Von Rochus Görgen, 15.04.2010
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Vulkanasche über Island
Frankfurt. Wolken aus Vulkanasche werden von Piloten grundsätzlich gemieden. «Das ist sehr gefährlich», sagte der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

Wenn ein Pilot versehentlich in eine solche Wolke gerate, «heißt es um 180 Grad wenden und nichts wie raus», sagte Handwerg, der selbst eine Boeing 737 steuert.

Probleme verursacht die Asche gleich in mehrfacher Hinsicht. Heiße Asche könne sich auf den Triebwerksschaufeln festsetzen, verkrusten und die Strömung verändern. Im schlimmsten Fall kann das Triebwerk dann ausfallen.

Zudem hätten die kleinen Teilchen einen abreibenden Effekt wie ein Sandstrahler. «Sie können damit wunderbar ein Flugzeug farblos kriegen.» Das Problem sei dann aber, dass auch die Fenster zerkratzen und die Sicht beeinträchtigt wird. Zudem könnten die Sensoren der Messgeräte für Höhe und Geschwindigkeit ausfallen.

In Europa seien Behinderungen durch Vulkanasche sehr selten, in den USA oder vor allem in Indonesien trete das Problem dagegen häufiger auf. «Dort wo es viele Vulkane gibt, sind die Leute das eher gewöhnt.» Die Aschewolken könnten sogar Höhen erreichen, die über die normale maximale Flughöhe von 12 000 bis 13 000 Metern hinausgehe.

Für den Piloten sind die Gefahren tückisch: «Tagsüber sieht man die Asche, nachts kann man eher in die Falle tappen», sagte Handwerg. Es habe auch schon Zwischenfälle gegeben. So seien einmal bei einem Jumbo-Jet alle vier Triebwerke ausgefallen und die Piloten hätten erst in niedrigerer Höhe wieder Schub erhalten.

Wie lange die Behinderungen jetzt anhalten, hänge vom Wetter und der Entwicklung des Vulkans ab, sagte Handwerg. «Asche kann sich über Tage in der Luft halten.»

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