Augen auf, Ohren zu
Bei den Deutsche Bank Skyliners stocken die Planungen für die kommende Saison
Von Jörg Daniels
Die Mehrzahl der Spielerverträge läuft aus. Auch die Zukunft von Trainer Didin ist noch unklar.
Frankfurt. Wenn man Murat Didin fragt, ob er schon nach Spielern für die neue Basketball-Saison schaue, antwortet der Trainer der Deutsche Bank Skyliners: «Ich gucke mir jeden Tag Videos von möglichen Kandidaten an.» Dabei bleibt es dann aber. Schließlich führen die Frankfurter im Augenblick keine Vertragsgespräche – nicht einmal mit ihren Spielern, bei denen am Saisonende die Verträge auslaufen.
Und das stellt ein Problem dar. Zum einen, weil die Agenten dieser Profis frühzeitig Angebote von anderen Clubs erhalten, wenn ihre Spieler durch Leistung überzeugt haben. Bei den Frankfurter Profis Aubrey Reese, Seth Doliboa, Grayson Moyer und Quantez Robertson (zumindest bei ihm besitzen die Skyliners die Option zur Vertragsverlängerung) dürfte das der Fall sein. Zum anderen, da die meisten Profis gerne früh Planungssicherheit haben. So ist zum Beispiel Derrick Allen ziemlich in die Offensive gegangen. Der gewöhnlich zurückhaltende Power Forward, dessen Vertrag im Sommer ebenfalls endet, wies jüngst vielsagend darauf hin, dass auch andere Bundesliga-Vereine für ihn interessant seien.
Störende Nebengeräusche aber kann Didin in den kommenden Wochen nicht gebrauchen. «Ich mache die Ohren zu. Und ich tue mein Bestes, damit auch die Ohren meiner Spieler zu sind. Ansonsten würden wir die Konzentration auf das Wesentliche verlieren», sagt der Trainer, wenn er auf die unklare Personalsituation in der kommenden Saison angesprochen wird. Denn bis auf Pascal Roller, Dominik Bahiense de Mello und Fabian Franke laufen alle Verträge aus.
Ohne konkrete Aussicht auf Weiterbeschäftigung ist bislang auch Didin. Prompt berichten türkische Medien, dass Efes Pilsen Istanbul an seiner Verpflichtung interessiert sein soll. Daneben gibt es offenbar noch einen weiteren Club aus seiner Heimat, der um den Vierundfünfzigjährigen buhlt. Doch Didin will das nicht kommentieren. Er tut das, was er auch von seinen Spielern fordert: sich auf die Aufgabe bei den Skyliners, die am heutigen Samstag (18.30 Uhr) in der Ballsporthalle auf die Artland Dragons treffen, zu konzentrieren.
Eine Sparsaison?
Vorhersehbar ist aber auch: Sollten die Frankfurter in den kommenden Monaten kein Signal von ihrem Hauptsponsor erhalten, dass dieser bereit ist, sein Engagement über den Sommer 2011 hinaus fortzusetzen, würde schon die kommende Bundesliga-Runde wohl eine Sparsaison werden. Denn dann würde Geschäftsführer Gunnar Wöbke ohne neue Sponsoren die Zuwendungen der Deutschen Bank für das neue Spieljahr wahrscheinlich so einteilen, dass der Betrieb auch in der übernächsten Saison gesichert wäre.
Womöglich würde das Frankfurter Budget also nur knapp über dem Mindestetat der Liga, rund eine Million Euro, liegen. In diesem Fall könnten sich die Hessen Trainer Didin und Spieler wie Reese und Doliboa aller Voraussicht nach nicht mehr leisten. Vorerst müssen Headcoach und Mannschaft aber beweisen, dass sie sich nicht ablenken lassen. «Ich erwarte von jedem Spieler, dass er sein Bestes gibt», sagt denn auch Sportdirektor Kamil Novak.
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