Thurau ist erste LKA-Chefin in Deutschland
08.03.2010
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Sabine Thurau
Wiesbaden. Hessen hat als erstes Bundesland eine Frau an die Spitze des Landeskriminalamtes (LKA) berufen. Innenminister Volker Bouffier (CDU) überreichte der 54-jährigen Sabine Thurau am Montag in Wiesbaden die Ernennungsurkunde.
Thurau ist Nachfolgerin des hessischen LKA-Präsidenten Peter Raisch, der Anfang des Jahres an einem Herzinfarkt gestorben war.
Das LKA mit Sitz in Wiesbaden hat etwa 700 Mitarbeiter. «Sie sind als Juristin und Polizistin in besonderer Weise geeignet, diese Behörde zu leiten», sagte Bouffier über Thurau, die zuletzt Polizeivizepräsidentin in Frankfurt war.
In seiner Rede ging der Minister erneut auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen die Vorratsdatenspeicherung ein. Hier entstehe eine Sicherheitslücke, sagte Bouffier.
«Moderne Polizeiarbeit ist im Zeitalter moderner Kommunikation ohne das Sammeln von Daten nicht zu leisten.» Notwendig sei eine verfassungsrechtlich gesicherte Grundlage für das Erheben und Speichern von Kommunikationsdaten.
Thurau nannte den Terrorismus als eine besondere Herausforderung für die Polizeiarbeit. Er sei eine Bedrohung für nahezu alle Menschen. «Niemand kann glauben, dass ihn diese Leute und Orte nichts angehen.» Die Tochter eines Kriminalpolizisten ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und lebt in Wiesbaden.
Im neuen Amt zieht Thurau auch in die Arbeitsgemeinschaft Kripo der Landeskriminalämter mit dem Bundeskriminalamt (BKA) ein.
BKA-Präsident Jörg Ziercke gab der Kollegin einen Ausblick auf ihre erste AG-Sitzung kommende Woche: Die Tagesordnung reiche von islamistischen Terrorismus über die italienische Organisierte Kriminalität bis zu Menschenhandel und politisch motivierter Gewaltkriminalität.