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Mamma Mia!
«Mamma Mia!», Foto: MLK
«Mamma Mia!», Foto: MLK

Das Abba-Musical in der englischen Originalversion



Theater:
Jahrhunderthalle
Pfaffenwiese 1
65929 Frankfurt
Tel.: 069/1340400
» Spielplan anzeigen


Hintergrund-Informationen
im Rhein-Main-Wiki:

» Jahrhunderthalle


Wer ist nur der Richtige?
FNP-Kritik zu Mamma Mia!
Von Thomas Ungeheuer
Das Publikum feiert in Frankfurt das «ABBA»-Musical «Mamma Mia!». Die Londoner Originalinszenierung überzeugt in der Jahrhunderthalle noch immer mit Schwung und Witz.

Es sind immer noch die verbotenen Dinge, die den größten Spaß machen. Ganz zufällig hat Sophie ein altes Tagebuch ihrer Mutter Donna gefunden. Natürlich darf man so etwas Intimes schon aus reinem Anstand nicht lesen. Aber was soll da schon drinstehen, das die 20-jährige nicht längst wüsste?

Nun, es sind drei Namen, die ihre Mutter nie genannt hat, wenn Sophie nach ihrem Vater fragte. Gleich drei? Ja, denn vor Sophies Geburt war Donna ein ziemlich wilder Feger. Somit könnte der Architekt Sam ebenso gut Sophies Papa sein wie der Abenteurer und Schriftsteller Bill oder der Bänker Harry. Autsch! Doch die Neugierige trägt diese Nachricht mit viel Humor und beschließt alle drei auf das griechische Inselidyll einzuladen, wo sie mit ihrer Mutter ein kleines Hotel betreibt. Nun bleiben nur noch wenige Tage, bis Sophie ihren Liebsten Sky heiraten wird.

Sie wünscht sich, von ihrem Vater zum Altar geführt zu werden. Als die einstigen Liebhaber vor Donna, der alleinerziehenden Mutter, stehen, ist die Freude eher verhalten. Doch das ändert sich bald. Bloß: Wer ist Sophies Vater? Sonderlich ähnlich sieht sie keinem der Herren. Doch jetzt darf die Ironie des Schicksals genüsslich lächelnd zuschlagen. Immer wieder ist es der feine Humor des Musicals, der auf hohem Niveau in pointierten Dialogen und charmanten Gesten der Akteure mitschwingt. So sind es nicht nur Miria Parvin als Sophie und Jackie Clune als Donna, die als zentrale Figuren amüsieren. Es ist das ganze 32-köpfige Ensemble, das die turbulente Handlung von «Mamma Mia!» trotz fast zweieinhalbstündiger Dauer durchweg spannend hält. Mit beeindruckender Eleganz fließen über 20 «Abba»-Songs ein, deren leicht veränderte Texte die Stimmungen des Stücks von Catherine Johnson eindringlich und heiter-beschwingt beschwören.

Dabei sind in Phyllida Lloyds schwungvoller Inszenierung Klassiker wie «Dancing Queen», «Chiquitita» oder «I Have A Dream» auf originelle Weise neu interpretiert. Trotz hohem Wiedererkennungswert scheinen die Songs von Benny Andersson und Björn Ulvaeus erstaunlich frisch und lebendig. Und dies, obwohl sie teils über 30 Jahre zählen und seit der Londoner Uraufführung von «Mamma Mia!» schon zehn Jahre vergangen sind.

Die Show reißt mit. Das Publikum in der Jahrhunderthalle feiert sie euphorisch mit Ovationen. Es fehlen weder die fantasie- und kraftvolle Tanz-Choreografie von Anthony Van Laast noch das Bühnenbild von Mark Thomspon, in dem sich die sommerlich-romantische Atmosphäre des Stücks voll entfalten kann.


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