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Mediziner: Normale Grippe nicht vernachlässigen
02.09.2009
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Frankfurt. Vor einer Vernachlässigung der Impfung gegen die normale Grippe haben Mediziner gewarnt. Gerade in Zeiten einer Pandemie - wie der Schweinegrippe - sei eine Schutzimpfung gegen die «letzte große klassische Seuche» wichtig, sagte der Virologe Peter Wutzler von der Universität Jena auf einer Veranstaltung des Schweizer Pharmakonzerns Novartis am Mittwoch in Frankfurt.

In Deutschland sterben nach Aussage des Virologen jährlich zwischen 5000 und 8000 Menschen an der saisonalen Grippe. Während einer Pandemie könnten die Zahlen noch erheblich steigen.

Eine besondere Risikogruppe sind nach Wutzler die über 60- Jährigen. Trotzdem lasse sich nur weniger als ein Drittel von ihnen gegen die normale Grippe impfen. Für besorgniserregend hält der Virologe auch die Impfrate von Beschäftigten in Krankenhäusern und Arztpraxen, die unter 25 Prozent liege.

«Das ist nicht nachvollziehbar», sagte Wutzler. Eine Impfung biete jedoch keinen absoluten Schutz vor der saisonalen Grippe. «Wir brauchen eine Verbesserung der Schutzwirkung des Impfstoffes insbesondere bei älteren Menschen», betonte der Mediziner. Der Schutz liege bei den 65- bis 80-Jährigen bei nur 50 bis 60 Prozent.

Obwohl Deutschland zur Zeit «relativ weit von einem Pandemie- Szenario entfernt» sei, bestehe die Gefahr einer Vermischung des sogenannten Schweinegrippevirus mit dem normalen Grippevirus. Eine Schlüsselrolle kommt nach Wutzler den Hausärzten zu: «Wenn der Hausarzt eine Impfempfehlung ausspricht, wird sie von den Patienten meist auch akzeptiert.»

Die Berliner Allgemeinmedizinerin Petra Sandow rät all ihren Patienten zur Schutzimpfung gegen die saisonale Grippe. Fast jeder könne zur «Infektionsquelle für ungeimpfte Risikopersonen» werden, betonte sie. Die Impfung sei für die Patienten kostenlos.

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