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Krankenhäuser wappnen sich gegen Chemie-Unfälle
27.08.2009
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Frankfurt. Frankfurter Kliniken sollen künftig besser für die Behandlung von Menschen ausgerüstet sein, die bei Unfällen oder Terroranschlägen mit Chemikalien vergiftet wurden. Im Bethanien-Krankenhaus im Nordosten der Stadt ist seit Donnerstag die erste sogenannte Dekontaminationsanlage einsatzbereit.

In dem Raum am Betriebshof der Klinik können beispielsweise mit Chlorgas vergiftete Patienten unter Duschen gereinigt werden. Nur so können Ärzte ohne Gefahr für die eigene Gesundheit die Behandlung beginnen.

Der jüngste schwere Chemie-Unfall in Frankfurt liegt knapp zwei Jahre zurück: Im Oktober 2007 hatte eine Chlorgaswolke bei einem Chemieunfall im Stadtteil Fechenheim 70 Menschen verletzt, zwei davon schwer.

Bis Ende 2011 sollen 15 Krankenhäuser auf Kosten der Stadt fest installierte Dekontaminationsanlagen und Schutzanzüge für die Ersthelfer bekommen. Bisher hatte nach Angaben des Gesundheitsamts keine Klinik eine solche Ausstattung, im Ernstfall baut die Feuerwehr am Unglücksort eine mobile Anlage auf, deren Kapazität aber Grenzen hat.

Am Mittwoch probte das Bethanien-Krankenhaus erstmals mit seiner neuen Anlage. «Es gibt zwei Duschen für liegende und zwei für stehende Patienten. Alle zehn Minuten können vier neue Verletzte versorgt werden», sagte Heike Schmaltz, Sprecherin der Frankfurter Diakonie-Kliniken.

Bis zum Jahresende sollen fünf Krankenhäuser ähnliche Anlagen haben, Ende 2011 soll die flächendeckende Versorgung in ganz Frankfurt gesichert sein. Über die Kosten wurde nichts bekannt.

«Wir gehen davon aus, dass die Krankenhäuser Ende 2011 pro Stunde etwa 200 Verletzte dekontaminieren und dann versorgen können. Für ein Szenario mit bis zu 500 Verletzten sind wir damit gut aufgestellt», sagte Hans Georg Jung, im Gesundheitsamt zuständig für medizinische Gefahrenabwehr.

Die Neuausstattung der Krankenhäuser sei das Ergebnis einer Risikobewertung. Dabei habe die Stadt mögliche Gefahren aus der chemischen Industrie, dem Güterverkehr und die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen berücksichtigt. In Berlin und Hamburg laufen laut Jung ähnliche Bemühungen.

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