Hessens neue Strategie gegen Schweinegrippe
24.07.2009
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Der Schweinegrippevirus unterm Mikroskop.
Wiesbaden. Angesichts der Vielzahl neuer Schweinegrippe-Fälle beschränkt Hessen die Schutzmaßnahmen auf Menschen mit erhöhtem Risiko. Dies gelte für enge Angehörige von Erkrankten und medizinisches Personal, teilte Gesundheitsminister Jürgen Banzer (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden mit.
Sie werden nach Möglichkeit von Infizierten ferngehalten. Medizinisches Personal trage ein erhöhtes Infektionsrisiko und habe zudem oft engen Kontakt zu chronisch Kranken oder Schwangeren und Säuglingen.
Wer an Symptomen wie Fieber und Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen leide, solle zum Hausarzt gehen. Notambulanzen der Krankenhäuser sollte nur aufsuchen, wer so starke Symptome haben, dass sie eine stationäre Behandlung notwendig machen könnten.
Banzer erklärte, die Weltgesundheitsorganisation habe festgestellt, dass eine weitere Ausbreitung des Virus A/H1N1 nicht mehr einzudämmen sei. Das sei der Hintergrund der neuen Vorgehensweise. In der Frühphase der Ausbreitung sei die ursprünglich angewandte Strategie sinnvoll gewesen, möglichst alle Erkrankten zu isolieren und die Infektionswege zu verfolgen.
Das habe dazu beigetragen, die Verbreitung der Seuche zu verzögern und Zeit für die Produktion eines Impfstoffes zu gewinnen.
In Hessen steigt die Zahl der Infizierten weiterhin an. Seit April haben sich nach Darstellung des Ministeriums 130 Menschen angesteckt.
Allein in der vergangenen Woche habe es 40 Meldungen von Infizierten gegeben. Inzwischen stecken sich 60 Prozent der Betroffenen in Deutschland. Zu Beginn der Epidemie hatten sich Betroffene im Ausland angesteckt.