Vogelsberggarten Ulrichstein
10.07.2008
Zartes Windröschen, wolliges Honiggras und duftendes Veilchen: Auf der rund 6,3 Hektar großen Anlage, die 1997 eingerichtet wurde, erfahren Besucher, was der Vogelsberg an Flora und Fauna zu bieten hat. Dazu gehören auch im Bestand gefährdete Wildpflanzen wie Kugel-Rapunzel, Wiesenprimel und Heide-Labkraut. Herrlich grünt und blüht es rund um die malerische Ruine der alten Burganlage von Ulrichstein, die das zentrale bauliche Element des Schlossberges bildet. Auskunft über die Geschichte des alten Gemäuers gibt eine Schautafel am Südaufgang. Anschließend werden die Besucher auf einem Rundweg über das Gelände geführt; Ruhebänke ermöglichen immer wieder kleine Verschnaufpausen. Auf insgesamt 25 Info-Schildern finden sich Hinweise darüber, was es gerade zu besichtigen gibt. Dazu zählen ein Bauerngarten, wie er einst in den Dörfern im Vogelsberg üblich war, und ein Kräutergarten, der früher als Apotheke der Natur die Klöster vervollständigte. Tierisch geht es dagegen auf den Rinder-, Ziegen- und Schafweiden zu. Die Anlage umfasst außerdem einen Ehrenfriedhof zum Gedenken an die Toten der beiden letzten großen Kriege, den der Verband deutscher Kriegsgräberfürsorge (VdK) bereits 1968 auf dem Gelände errichtet hat. Alte Laubbäume überschatten die rechteckigen Sammelgräber. Zwar bietet der Schlossberg mit einer Höhe von gut 600 Metern ohnehin einen beeindruckenden Ausblick. Trotzdem sollten Besucher den Turm aus dem Jahre 1906 an der nördlichen Innenmauer des Burggeländes erklimmen: Von dort aus scheint die Welt fast grenzenlos zu sein.