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Marienkirche
10.07.2008
Die staufische Kaiserpfalz befindet sich in der Talmulde, während die Marienkirche am Berghang oberhalb der Altstadt sitzt. Durch diese prominente Lage dominierte Letztere das mittelalterliche Gelnhausen. Heinrich Vingerhut, Baumeister aus Burgund mit einem Hang zur damals gerade aktuellen Frühgotik, verschaffte der Stadt noch vor 1250 eines der modernsten Gotteshäuser weit und breit. Heute steht das Gebäude für mehr als nur „irgendeine“ Kirche. Kunsthistorisch bedeutend als Relikt der beginnenden Gotik, präsentiert es seinen Besuchern vor allem eine Fülle klerikaler Details, die man sonst in vielen Gotteshäusern vermisst: Wandtabernakel, Chorgestühl, Sängerpult, sogar ein Levitensitz, Wirkereien an den Wänden (Marien- sowie Passionsteppich) und vieles mehr. Aufgrund des reich verzierten steinernen Lettners, der einst die Prämonstratenser-Mönche vom Rest des Volks trennte, und der Wand- und Glasmalereien aus dem 13. Jahrhundert wähnt man sich hier im jüngeren Abschnitt des Mittelalters. Anstelle der Adaption des wuchtigen romanischen Baustils ist der – gelungene – Versuch zu etwas Hellerem, Grazilem unternommen worden. Bei einem Rundgang durch die Gelnhausener Altstadt und einem Besuch der Kaiserpfalz aus dem 12. und 13. Jahrhundert erschließt sich gemeinsam mit der Marienkirche ein wichtiger Ausschnitt aus dem 1000 Jahre währenden Mittelalter, die Zeit der Staufer.

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