Bad Arolsen
10.07.2008
Als „hessisches Versailles“ wurde die barocke Residenzstadt durch das Fürstenpaar von Waldeck und Pyrmont bekannt. Unweit des heutigen Neuen Schlosses sprudelt aus der im Baumpark befindlichen, in den 1970er-Jahren erschlossenen Heilquelle ein fluoridhaltiges Kalzium-Magnesiumsulfat-Wasser, das sich für Trink- und Badekuren bewährt hat und vor allem bei Magen- und Darm- sowie Leber- und Gallenwegserkrankungen hilft. Infolge dieser vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten darf sich Arolsen seit 1997 als „Bad“ bezeichnen. Einen renommierten Mediziner brachte die Stadt bereits mit dem 1873 geborenen Rudolf Klapp hervor, der wichtige physiotherapeutische Übungen auch für die heutige Bewegungstherapie entwickelte, die zusammen mit Krankengymnastik, Fango- und Kältepackungen, Lymphdrainage, Unterwasserstrahl-, Trocken- und Bindegewebsmassagen das Angebot abrundet. Doch zurück zum Neuen Schloss: Heutzutage beherbergt das Gebäude eine spezielle Tinnitusklinik, die Kurgästen mit psychosomatisch bedingten Hörstörungen zugute kommt. Rund um die Residenz begegnet dem interessierten Besucher zugleich das künstlerische wie das kulturelle Bad Arolsen: Hier wurden der Historienmaler Wilhelm von Kaulbach und der klassizistische Bildhauer Christian Daniel Rauch, Schöpfer so mancher Goethestatue, geboren. Die jährlichen Barockfestspiele sprechen klassische Musikfreunde auch auf internationaler Ebene an. Wer die Natur bevorzugt, dem sei die Drei-Seen-Wanderung zwischen Eder-, Twiste- und Diemelsee empfohlen, die als Rundweg bis in die Ausläufer des Langen Waldes reicht und über den Baumpark zurück in die Kurstadt führt.